US-Wahlkampf

Edwards zieht seine Kandidatur zurück

Ausland
30.01.2008 18:57
Noch vor wenigen Tagen, er ging wieder einmal abgeschlagen als Dritter durchs Ziel, hat John Edwards den Gedanken an ein Aussteigen brüsk zurückgewiesen. Wie oft bei solchen Gelegenheiten sprach er von den Armen in den USA, von den sozialen Verlierern und vom Millionenheer derjenigen, die sich nicht einmal eine Krankversicherung leisten können. Jetzt muss er sich aber geschlagen geben. Und ganz Amerika fragt sich: Wen wird Edwards jetzt unterstützen - den schwarzen Bewerber Barack Obama oder Ex-First-Lady Hillary Clinton? Das Rennen um das Weiße Haus wird immer spannender.

Der 54-jährige Rechtsanwalt Edwards hat es in diesem Wahlkampf von Anfang an schwer gehabt. Fast von Beginn an konzentrierte sich das Medieninteresse ganz auf das Duell Obama gegen Clinton (siehe Infobox!), schließlich geht es um die historische Frage, ob erstmals ein Schwarzer oder eine Frau in Washington an die Macht kommt. "Sind wir nur zwei oder drei?", fragte Edwards etwa bei einer TV-Debatte vergangene Woche. Das wirkte eher hilflos als witzig. Zeitweise schien es, als sei der Mann aus South Carolina zum Statisten reduziert.

Hinzu kam Edwards Botschaft, die mitunter beinahe "klassenkämpferische" und missionarische Züge annahm. Kampf der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, Kampf den mächtigen Großunternehmen und Geschäftsinteressen, die das politische Washington beherrschen - seine These von den "zwei Amerikas" wirkte mitunter etwas holzschnittartig. Und ganz offenbar wenig überzeugend auf die Wähler. Als Kritiker Edwards dann vorwarfen, dass er sich einen Haarschnitt für 400 Dollar leiste, fiel dem Vertreter "des kleinen Mannes" die Antwort schwer.

Und wen unterstützt Edwards nun?
Selbst Kommentatoren im US-Fernsehen wagten zunächst nur folgende Prognose: "Auf alle Fälle nicht Hillary Clinton." Die Gattin des Ex-Präsidenten "symbolisiert genau das, was Edwards bekämpft". Das "alte Washington", das viel zu eng mit den Lobbies "turtelt", das sich durch Spendengelder der Unternehmen gefügig machen lässt und darüber die Menschen auf der Schattenseite aus den Augen verliert. Nur: Ob das bedeutet, dass Edwards den schwarzen Senator Obama unterstützt, ist noch nicht sicher.

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