Fast-Katastrophe

Abfahrer Fill beinahe mit Pistenarbeitern kollidiert

Sport
01.02.2008 13:36
Hermann Maier, der nach einem Sturz das Abfahrtstraining im französischen Val d'Isere im Renntempo wieder aufnahm, der nachfolgende Peter Fill, der nicht abgewunken wurde, und Pistenkommandos zwischen den beiden Läufern auf der Strecke: Diese explosive Mischung wäre am Donnerstag auf der "Face Olympique Bellevard" dem Südtiroler Skirennläufer beinahe zum Verhängnis geworden. Passiert ist zum Glück nichts. Bei der Mannschaftsführersitzung am Donnerstagabend entschuldigte sich Maier: „Es tut mir sehr leid!“

Im zweiten Training für die Abfahrt der Herren am Samstag in Val d'Isere war Hermann Maier oberhalb der Passage de l'Ancolie zu Sturz gekommen. Der Flachauer hatte bei einem Schwungansatz einen Ski verloren, rutschte zu Boden, blieb unverletzt, schnallte den Ski wieder an und nahm nach dieser rund 50 Sekunden dauernden Pause die Fahrt im Renntempo wieder auf.

Nachdem Maier die vom Ziel gut einsehbare letzte Kuppe genommen hatte, rutschen drei Arbeiter auf die Piste, wie dies nach einem Rennläufer vorgesehen ist. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon Peter Fill im Rennen. Dank Zurufen von der Seite fuhren die drei Pistenrutscher gerade noch rechtzeitig aus der Ideallinie und Fill passierte die Gefahrenstelle.

Keine Schuldzuweisung von Fill
Schuldzuweisung gab es von Fill keine, der Schrecken stand ihm aber ins Gesicht geschrieben. "Das kann passieren, soll aber nicht passieren. Wenn ich zwei Sekunden schneller dran bin, kracht es", sagte er. Das Startintervall betrug nur 1:15 Minuten, Maier hatte im Ziel 53 Sekunden Rückstand - da blieb nicht viel Zeit zwischen ihm und Fill.

Der Südtiroler konnte deshalb auch nicht ganz verstehen, dass der Österreicher nach dem Sturz weitergefahren war, dass er selbst nicht abgewunken wurde, oder dass die Rutscher auf der Piste waren. "Ich hoffe, das passiert mir nicht noch einmal, ich will beim Rennfahren nicht überlegen müssen, wer hinter einem Hügel ist."

Hermann Maier zeigte bei der Mannschaftsführersitzung am Donnerstagabend Größe und entschuldigte sich: "Es tut mir sehr leid. Ich möchte mich für den heutigen Vorfall entschuldigen. Speziell bei Peter Fill, der der leidtragende Athlet war, und bei den drei Pistenrutschern, die mit einem großen Schreck davongekommen sind."

Bereits mehrere ähnliche Zwischenfälle
Der Zwischenfall am Donnerstag ist äußerst glimpflich ausgegangen. Zusammenstöße auf der Piste endeten im Rennsport in der Vergangenheit aber auch schon tödlich. Im Oktober 2001 starb die Französin Regine Cavagnoud nach einem Zusammenprall beim Abfahrts-Training mit einem deutschen Trainer im Pitztal.

Im Jänner 2006 kam es in St. Moritz zur Beinahe-Tragödie, Michaela Dorfmeister vermied einen Zusammenstoß mit einem Pistenarbeiter, der einen Funkspruch missverstanden hatte. Im Februar 1996 raste beim WM-Abfahrtstraining in der Sierra Nevada die Russin Tatjana Lebedewa beim letzten Sprung in einen FIS-Funktionär, beide wurden schwer verletzt. Ursache war auch hier ein Missverständnis.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

(Bild: KMM)



Kostenlose Spiele