Der Zuwachs sei ausschließlich bei Männern in der Gruppe der anonym getesten Personen beobachtet worden. Waren es 2006 in der Steiermark "nur" 20 infizierte Männer und sieben Frauen (zehn unbekannt), so stieg die Zahl 2007 um das Doppelte: Vergangenes Jahr wurde HIV bei 46 Männern und acht Frauen diagnostiziert (22 unbekannt).
Phänomen trifft nicht auf ganz Österreich zu
Auf die Entwicklung verwies neben der Aids Hilfe auch das Institut für Virologie in Wien. "In Österreich haben wir 2007 deutlich mehr HIV-Infektionen neu nachgewiesen als in den vorhergehenden Jahren. Bei genauerem Betrachten der Daten erkennt man aber, dass es sich hier nicht um ein Phänomen handelt, das gleichmäßig für ganz Österreich zutrifft, sondern dass die neuen diagnostizierten Fälle vor allem in Oberösterreich und in der Steiermark stark angestiegen sind", heißt es in den neuesten Virusepidemiologischen Untersuchungen.
HIV hat Schrecken verloren
Problematisch ist für die Aids Hilfe vor allem, dass wegen besserer Behandlungsmöglichkeiten HIV seinen Schrecken weitgehend verloren zu haben scheint. Die Bevölkerung dürfte sorgloser geworden sein. "Man darf keinesfalls übersehen, dass nach wie vor Menschen an Aids bzw. den damit in Zusammenhang stehenden Erkrankungen sterben."
Die Experten vom Institut für Virologie fordern Konsequenzen aus den Daten: "Auf jeden Fall ist dringend wieder eine intensivere Information und Aufklärung der Bevölkerung über HIV und Aids zu fordern."
Anstieg um 16,5 Prozent
Im Jahr 2007 wurden erstmals seit 1993 mehr als 500 Menschen HIV-positiv getestet. Mit 515 neu diagnostizierten Infektionen gegenüber 442 im Jahr 2006 wurde österreichweit ein Anstieg um 16,5 Prozent registriert. Es steckten sich damit im vergangenen Jahr um 73 Personen mehr mit dem Immunschwächevirus an als ein Jahr davor. Die Aids Hilfe Wien rechnet inklusive Dunkelziffer mit österreichweit 12.000 bis 15.000 HIV-infizierten Menschen.










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