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Drängeln regt Autofahrer am meisten auf

Motor
29.01.2008 10:47
Nichts regt die Österreicher im Straßenverkehr mehr auf als zu knappes Auffahren. Das zeigten Befragungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), die im Dezember durchgeführt wurden. Demnach fühlten sich 91 Prozent der Befragten von der Dränglerei am meisten genervt, zwei Drittel der Befragten stuften das Drängeln zusätzlich als sehr gefährlich ein.
(Bild: kmm)

Dementsprechend emotional fielen die spontanen Beschreibungen dieser Verhaltensweise aus. "Das ist letztklassig", "das machen nur Dumme", "meistens sind es unreife Idioten und Egoschweine" waren die wenig schmeichelhaften Charakterisierungen jener Autofahrer, von denen man sich genötigt und bedroht fühlt. Was das Drängeln aus Sicht der Befragten so gefährlich macht, ist vor allem der zu geringe Bremsweg und die Stresssituation, in die der Vordermann durch aggressives Auffahren gebracht wird, so das KfV.

Wenn es um Selbstkritik geht, zeigten sich die österreichischen Autofahrer gnädig. 44 Prozent der Befragten beobachten die Drängelei bei anderen sehr oft, weitere 30 Prozent nehmen sie "eher häufig" wahr. Genau spiegelverkehrt war das Ergebnis, wenn sich die Befragten selbst einschätzen mussten: 43 Prozent ertappten sich fast nie beim Drängeln, weitere 35 Prozent waren der Meinung, dass sie eher selten zu geringen Abstand halten. Nur jeder 17. Autofahrer gab zu, eher häufig oder sehr oft zu drängeln.

"Psychologen erklären dieses Phänomen damit, dass eine potenziell gefährlich eingeschätzte und negativ bewertete Verhaltensweise wie das Drängeln etwas ist, das andere aufgrund ihrer Persönlichkeitseigenschaften tun", sagte KfV-Direktor Othmar Thann. "Sollte man selbst einmal den Abstand zu gering halten, schiebt man das auf äußere Faktoren wie Zeitdruck oder die eigene Bedrängnis durch den Hintermann." Durch diese Ursachenzuschreibung wird der eigene geringe Abstand nicht als klassisches Drängeln bezeichnet, sondern als der Situation angepasstes Verhalten.

Aus Sicht der Befragten handelt es sich laut KfV bei den typischen Dränglern hauptsächlich um Männer bis etwa 50 Jahre, viele von ihnen wahrscheinlich Geschäftsleute, Vertreter und Außendienst-Mitarbeiter unter Zeitdruck. Wahrscheinlich werden diese Rückschlüsse aufgrund der "protzigen, großen, starken" Autos gezogen, die in solchen bedrängten Situationen besonders auffallen. Charakterlich wurden Drängler als "überhebliche Menschen, Angeber, Egomanen und Machos" umschrieben.

Mehr als drei Viertel gaben an, selbst zumindest ab und zu ihren Abstand zum Vordermann zu überprüfen. Die Hälfte macht das nach Gefühl und Augenmaß, wobei der notwendige Abstand aber grob unterschätzt wird, so das KfV. Der empfohlene Mindestabstand beträgt zwei Sekunden - bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h wären das 72 Meter.

Von den Befragten wurde der Soll-Abstand bei 130 km/h weit geringer eingeschätzt, nämlich auf etwa 0,75 Sekunden, was 27 Metern entspricht. Der geschätzte Ist-Abstand beträgt rund 13 Meter oder 0,36 Sekunden. "Der subjektiv geschätzte Ist-Abstand liegt damit bereits in einem Bereich, für den eine Vormerkung fällig wird", sagte Thann. Der subjektiv empfundene Grenzwert fürs Drängeln liegt bei neun Metern (0,25 Sekunden).

Das KfV befragte für die Studie einerseits 500 Autofahrer online. Außerdem wurden 30 Lenker qualitativ befragt.

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(Bild: kmm)



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