Kindesmissbrauch

Sechs Jahre Haft für 27-Jährigen nach Sexattacke

Österreich
29.01.2008 17:48
Jener 27-jährige Mann, der am 13. September 2007 auf der Toilette der Volksschule Kindermanngasse in Wien-Hernals ein sechsjähriges Mädchen zum Oralverkehr gezwungen hat, ist am Dienstag im Straflandesgericht wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Bereits am 18. Oktober 2004 hatte er in der Volksschule Grundsteingasse in Wien-Ottakring auf ganz ähnliche Art und Weise eine damals Siebenjährige überfallen.

Der Schöffensenat wies den Angeklagten in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ein. Die zwei Opfer des Kinderschänders bekamen vom Senat jeweils 2.500 Euro zugesprochen. Außerdem haftet der Mann für allfällige gesundheitliche Folgeschäden, sollten solche während der Pubertät oder danach auftreten. Der 27-Jährige akzeptierte das Urteil. Der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab, das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig.

Nicht gesprächig
Der Mann hatte die Übergriffe zugegeben, war allerdings zu keinen weiteren Angaben bereit: Er habe „einen Fehler gemacht“ und bekenne sich schuldig, wolle darüber aber nicht sprechen. Auf die Frage „Warum glauben Sie, dass Sie solche Übergriffe machen?“, zuckte er nur mehr mit den Schultern und meinte: „I will nix mehr sagen!“

Neun Vorstrafen
Der 27-Jährige weist neun Vorstrafen auf, allerdings ausschließlich wegen Einbruchsdiebstählen und Betrügereien. Zuletzt saß er in der Justizanstalt Hirtenberg eine 20-monatige Freiheitsstrafe ab. Um sich nach einer Wohnung und einem Job umsehen zu können, bekam er gegen Ende seiner Haftzeit einen sogenannten Entlassungsvollzug gewährt.

Mit der Sechsjährigen am WC eingesperrt
Diese Gelegenheit nützte der Mann, um in der Volksschule in der Kindermanngasse über eine Sechsjährige herzufallen. Seiner Darstellung zufolge hatte er das Schulgebäude betreten, um in der Garderobe Geld zu stehlen - eine wenig glaubwürdige Angabe, da er in einem oberen Stockwerk sein Opfer ansprach und dieses unter einem Vorwand auf die Toilette lockte. Dort sperrte er sich mit der Tafelklasslerin in einer Kabine ein und zwang das Kind zu sexuellen Handlungen. Laut Anklage drohte er dem Mädchen, er werde ihr „wehtun“, wenn sie nicht gehorche.

Weil die Sechsjährige zur vereinbarten Zeit nicht vor dem Schulgebäude erschien, hielt die Mutter, die es abholen wollte, Nachschau. Sie begegnete einer Lehrerin, die die Kleine schließlich halbnackt auf dem WC entdeckte. Die Pädagogin und eine Kollegin bekamen auch noch den Täter zu Gesicht, der angesichts der Lehrerinnen fluchtartig das Weite suchte.

Rezeptionistin meldete den Mann bei der Polizei
Die Polizei ließ allerdings mit Hilfe der Zeuginnen noch am selben Tag ein Phantombild erstellen, das in mehreren Zeitungen veröffentlicht wurde. Als der 27-Jährige am nächsten Tag in einem Hotel einchecken wollte, erkannte die Rezeptionistin den gesuchten Kinderschänder. Sie verständigte umgehend die Polizei.

Bereits 2004 einen ähnlichen Übergriff verübt
Der Angeklagte gab bei der Verhandlung auch zu, bereits am 18. Oktober 2004 in der Volksschule Grundsteingasse in Wien-Ottakring einen ganz ähnlichen Übergriff auf eine damals Siebenjährige verübt zu haben. Da in diesem Fall sein Opfer laut zu schreien begann, ließ er von dem Kind ab, nachdem er es intensiv betastet hatte.

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