Winterchaos
Busunglück in China fordert 25 Menschenleben
Das Schneechaos kommt ausgerechnet zur stärksten Reisezeit vor dem traditionellen Neujahr, Chinas wichtigstem Familienfest. Nach Angaben der Behörden sind 78 Millionen Menschen in 14 Provinzen Süd-, Zentral- und Ostchinas von dem Unwetter betroffen. 500.000 Reisende waren am Wochenende am Bahnhof der südchinesischen Stadt Guangzhou (Kanton) gestrandet, am Dienstag sollen es noch immer 200.000 gewesen sein.
100 Wartende seien dort wegen Unterzuckerung in den vergangenen Tagen in Ohnmacht gefallen. Auf dem Bahnhofsplatz mussten zehn Notunterkünfte, 40 zusätzliche Toiletten und Essensstände aufgestellt werden. "Ich muss jeden Tag mindestens 50 Yuan (5 Euro) für Essen ausgeben", klagte der Wanderarbeiter Jin Zhiyun, der mit seiner Frau bereits seit 48 Stunden vor der Bahnstation ausharrte, den Staatsmedien sein Leid.
Es bleibt weiterhin kalt
Dem Wetteramt zufolge dürfte es noch einige so Tage kalt bleiben. Selbst im sonst milden Shanghai blieb dieser Tage der Schnee liegen. "Ich mag den Schnee", sagte dort eine Wanderarbeiterin aus der Provinz Anhui. Aber besonders für Chinas bis zu 200 Millionen Wanderarbeiter dürfte es nun schwierig werden, in ihre Heimatstädte zu reisen und dort mit ihren Familien am 7. Februar das "Jahr der Ratte" einzuläuten.
Kohlereserven neigen sich dem Ende zu
Viel dramatischer ist jedoch, dass einige chinesische Kaftwerke inmitten des strengen Winters bereits die Stromproduktion einstellen mussten, weil ihnen die Kohle ausgegangen ist. Die stillgelegten Kraftwerke hätten sieben Prozent des Strombedarfs produziert. Bei anderen Kraftwerken, die für weitere zehn Prozent verantwortlich seien, reiche der Kohlevorrat nur noch für drei Tage, hieß es unter Berufung auf die staatliche Elektrizitätsbehörde. Die Kohlereserven lägen bei 21 Millionen Tonnen, der Hälfte des normalen Wertes.



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