
Tunesien bedeutet für die meisten Menschen Urlaub an Traumstränden. Wenn jedoch Sihem Bensedrine von ihrer Heimat spricht, eröffnet sich ein anderes Bild des nordafrikanischen Staates: Obwohl die Menschenrechte eigentlich verfassungsmäßig garantiert sind, regiert im Land Angst, Verfolgung und Unterdrückung. Das hat die Autorin jahrelang am eigenen Leib erfahren müssen - bis sie im Jahr 2004 mit ihrem Mann und den drei Kindern Exil in Deutschland fand.
Onlinezeitung "Kalima"
Von Deutschland aus gab Bensedrine seither ihre noch in Tunesien gegründete Online-Zeitung "Kalima" heraus, die von der politischen Unterdrückung und den alltäglichen Schikanen durch die Polizei berichtet.
Daneben hält die Autorin Vorträge vor dem EU-Parlament und schreibt Bücher über den Irak, Europa und Tunesien. Zuletzt erschien im Jahr 2005 im Kunstmann-Verlag das gemeinsam mit ihrem Mann verfasste Buch "Despoten vor Europas Haustür. Warum der Sicherheitswahn den Extremismus schürt".
Kampf für Menschenrechte
Bereits seit 1980 ist die studierte Philosophin aktiv in einer tunesischen Menschenrechtsorganisation und gehört seither auch zu den führenden Persönlichkeiten der dortigen Frauenbewegung. Von 1985 bis 1994 war sie Vorstandsmitglied der Tunesischen Liga für Menschenrechte.
Ende der 90er-Jahre gründete sie gemeinsam mit anderen Menschenrechtlern den Nationalen Rat für die Freiheit in Tunesien und war als Galionsfigur des Widerstands gegen die Regierung Ben Alis tätig, was zu vielfältigen Repressionen bis hin zur Verhaftung und Folter führte.
Bis Jahresende in Graz
Nun wird die Journalistin bis Ende des Jahres ihre Internet-Zeitung von Graz aus weiterführen. "Außerdem arbeitet sie an einem Film mit Gesprächen über in Tunesien gefolterten Menschen", so Luise Grinschgl von der Kulturvermittlung Steiermark.
Lesung im Februar
Am 13. Februar stellt sich Bensedrine mit einer Lesung im Kulturzentrum bei den Minoriten (20.00 Uhr) vor. Sie wird aus Ihrem Buch "Besiegte Befreite. Eine arabische Journalistin erlebt den besetzten Irak" lesen.










Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.