Burnout-Syndrom

Burnout Paradise

Spiele
30.01.2008 15:27
"Take me down to the paradise city where the grass is green and the girls are pretty", grölte Guns'n'Roses-Frontmann Axl einst. Frauen gibt es in Paradise City, dem Schauplatz des neuesten "Burnout"-Ablegers, zwar nicht zu sehen und auch das Gras macht sich rar, dafür hat der beliebte Arcade-Racer aber andere Qualitäten - und das nicht zu knapp.

Grenzenlose Freiheit - das ist es, was die Macher von Criterion Games dem Spieler mit "Burnout Paradise" versprechen. Und dafür haben sie sich ganz schön ins Zeug gelegt: Die namensgebende Stadt Paradise City erstreckt sich über eine Fläche von 30 Quadratkilometern und ist von Anfang an frei befahrbar - von den sich in Schikanen windenden Straßen in den nordöstlichen Bergen bis hin zu den sonnigen Boulevards entlang des Strandes im Südosten. Auch nach stundenlangem Herumcruisen hat man längst noch nicht jede Ecke gesehen, zumal fernab der auf der Karte eingezeichneten Straßen unzählige Abkürzungen darauf warten, entdeckt zu werden.

Wer jedoch nicht einfach nur herumfahren, hier und da ein paar Sprünge bewältigen oder Abkürzungen ausfindig machen möchte, der wechselt auf Knopfdruck vom sogenannten "Freeburn"-Modus in einen der insgesamt 120 Events. Neben gewöhnlichen Rennen, in denen der Spieler schnellstmöglich von A nach B gelangen muss, und solchen, an denen nur bestimmte Autotypen teilnehmen können, stehen mit "Road Rage", "Stuntrennen" und "Marked Man" noch drei weitere Disziplinen an jeder Ampelanlage auf dem Programm.

Während es in den "Stuntrennen" innerhalb eines Zeitlimits mit Sprüngen oder besonders waghalsigen Fahrmanövern eine vorgegebene Punkteanzahl zu erreichen gilt, müssen in "Road Rage" die Gegner in die Mangel genommen werden: Jeder "Takedown", also der Abschuss des gegnerischen Wagens durch Drängen und Rammen, bringt weitere Sekunden ein, so dass das an sich zeitlich begrenzte Event beliebig verlängert werden kann. In "Marked Man" wird der Spieß schließlich umgedreht und der Spieler vom Jäger zum Gejagten: Ohne von den Verfolgern geschrottet zu werden, muss das Ziel erreicht werden.

Verbucht man einen Sieg, erhält man mit etwas Glück nicht nur eine neue Lizenz, mit der man in der Rige der besten Fahrer aufsteigt, sondern auch einen weiteren fahrbaren Untersatz. 75 Autos gibt es insgesamt, doch nur die wenigsten davon wandern einfach so in den eigenen Fuhrpark des Spielers. Stattdessen hat man sich etwas Besonderes ausgedacht und die freigespielten Fahrzeuge in der Stadt "ausgesetzt": Erst wer sie abschießt und auf den Schrottplatz befördert, darf diese Vehikel dann auch wirklich sein Eigen nennen. Die Wagen selbst unterscheiden sich in punkto Tempo, Boost und Stabilität voneinander. Schwere Fahrzeuge sind zwar langsamer, werden allerdings nicht so leicht abgedrängt und auch nicht bei der nächstbesten Kollision in ihre Einzelteile zerlegt.

Hat man hingegen keine Lust mehr auf das Rennen, reicht ein Tritt in die Eisen, um das Fahrzeug zum Stillstand zu bringen und wieder automatisch in den Freeburn-Modus zu wechseln. Dann steht, ebenfalls auf Knopfdruck, auch wieder der "Showtime"-Modus zur Verfügung, in dem der Spieler in typischer Burnout-Manier Massenkarambolagen verursachen kann: Einfach auf ein Auto zurasen, "Showtime" auslösen und fortan das herumschleudernde Autowrack in so viele Verkehrsteilnehmer wie möglich lenken. Belohungen gibt es für besonders tolle Crashs nicht, dafür hat jede Straße aber ihren eigenen Rekord, den es zu brechen gilt.

Im Online-Modus mit bis zu acht Spielern kann dann versucht werden, diese Rekorde zu überbieten. Zudem hat der Host die Möglichkeit, normale Rennen oder unterhaltsame Challenges zu starten. Auch zu diesem Zweck genügt ein Knopfdruck, um "on the fly" vom Einzelspieler-Offline-Modus in den Mehrspieler-Online-Modus zu wechseln.

Ob on- oder offline: "Burnout Paradise" verzückt wie nicht anders zu erwarten mit einer abwechslungsreich und überaus lebendig gestalteten Umwelt. Besonders prächtig sind natürlich wieder die Fahrzeugmodelle geworden, deren Chassis anfangs noch fein glänzen, nach einigen Fremdkontakten aber immer mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Am famosesten sind jedoch die spektakulär in Szene gesetzten Crash-Sequenzen, in denen man dem Metall beim Biegen und Brechen zusehen kann: Selten sahen Unfälle so schön und gleichzeitig so real aus. Trotz der grafischen Detailfülle läuft das Spiel selbst bei hohen Geschwindigkeiten absolut stabil und kommt noch dazu fast gänzlich ohne Ladezeiten aus.

Die Soundkulisse steht dem freilich in nichts nach: Neben sattem Motorendröhnen und herrlich basslastigen Crashes bekommt der Spieler einen umfangreichen und abwechslungsreichen Soundtrack geboten, der von Avril Lavigne über Killswitch Engage bis hin zu Johann Sebastian Bach für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.

Fazit: "Burnout Paradise" ist das geworden, was der aktuelle "Need For Speed"-Ableger leider nur bedingt ist: ein schlichtweg unterhaltsamer, audiovisuell und technisch perfekt in Szene gesetzter Arcade-Racer. Einziger Kritikpunkt an der so herrlich zum Rasen einladenden und abwechslungsreich gestalteten Spielwiese für Bleifüsse: Die freie Spielwelt und das etwas zu klein gehaltene Navi bedingen leider, dass man sich auf der Suche nach der schnellsten Route zum Ziel des Öfteren verfährt. Von diesem kleinen Manko einmal abgesehen, darf das auf lange Zeit motivierende "Burnout Paradise" ausnahmslos jedem empfohlen werden.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 92%

von Sebastian Räuchle

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