Schwindeln erlaubt

Warum Lügen am Arbeitsplatz Sinn machen

Wirtschaft
29.01.2008 16:18
Kaum ein Mensch kann von sich behaupten, immer vorbehaltlos die Wahrheit zu sagen. Manchmal werden Dinge unter den Tisch fallen gelassen oder ein bisschen anders dargestellt, als sie bei objektiver Betrachtung wirklich sind. Das gilt speziell im Arbeitsalltag, im Umgang mit den Kollegen oder auch mit dem Chef. Und manchmal ist es auch gut, dass nicht immer nur brutal die Wahrheit gesprochen wird. Hier erfährst du, warum.

Keine Frage, Lügen zu verbreiten und es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, ist nicht korrekt. Im Berufsalltag können bewusste Lügen sogar rechtliche Konsequenzen haben. Und trotzdem verlangt es das Betriebsklima ab und zu, dass nicht schonungslos und ungefiltert jeder das sagt, was er sich denkt. Gefährlich werden Lügen immer dann, wenn sie zur Gewohnheit werden, oder wenn sie gezielt eingesetzt werden, um jemand anderem zu schaden. Daher gilt es zu unterscheiden, was Diplomatie ist und was wirklich eine Lüge.

Soziales Umfeld im Büro
Wenn deine Kollegin mit einer neuen Frisur ins Büro kommt und aussieht, als ob sie in die Steckdose gefasst hätte, dann wäre es nicht optimal, hier zu sagen: „Sie sehen absolut furchtbar aus.“ Etwas Diplomatie muss gerade im Umgang mit den Kollegen immer mit dabei sein.

Eine elegante Möglichkeit ist es, sich seinen Teil einfach nur zu denken und zu gewissen Dingen keine Stellung zu nehmen. Beispiele hierfür sind der Mundgeruch des Kollegen, Kleidungsstil oder schlechte Witze in der Kollegenschaft. Hier ist Lügen einfach oft der sozial passendere Weg, um weiterhin gut miteinander auszukommen und das Klima rein zu halten. Denn wer ständig brutal sagt, was er sich denkt, ist zwar ehrlich, stößt aber in seinem Umfeld oft auf wenig Gegenliebe. Ausnahme hierzu ist nur jener Fall, wenn die belastende Situation die gesamte Kollegenschaft stört – hier solltet ihr mit etwas Feingefühl ehrlich sein und gemeinsam zu einer Lösung kommen.

Arbeitsabläufe
Anders verhält es sich im rein arbeitstechnischen Umfeld, was Projektabwicklungen und Arbeitsabläufe angeht. Hier etwas zu verschweigen - und damit das Vorankommen einer Abteilung bzw. der Firma zu verhindern - ist bedenklich. Lügen in diesem Zusammenhang fallen auch nicht selten auf den Lügner zurück und sabotieren ihn selbst in seiner Karriere. Wenn du deinem Kollegen bewusst ein Bein stellst, und ihm wichtige Informationen vorenthältst, die er zum Vorankommen benötigt, dann bringst du dich in große Gefahr. Denn findet man heraus, dass du der Fallensteller warst, so bist du bei den Kollegen und auch bei deinem Chef absolut unten durch – deine Karriere wird vermutlich ein jähes Ende finden.

Lügen beim Chef?
Was für Kollegen gilt, gilt bei Vorgesetzten natürlich in besonderem Maße. Gerade hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, wo die Wahrheit und wo eine Lüge besser geeignet ist, um die Sonne weiter scheinen zu lassen. In diese Sparte fallen auch Komplimente dem Chef gegenüber. Jeder Mensch braucht Lob, auch dein Vorgesetzter. Komplimente müssen daher nicht unbedingt aus tiefstem Herzen kommen, sollten aber ehrlich ankommen. Im fachlichen Bereich solltest du dagegen niemals zur Lüge greifen: Wenn du beginnst, Abrechnungen zu manipulieren oder Zeitaufzeichnungen zu fälschen, dann hast du die Grenze eindeutig überschritten.

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