Damen-Slalom

Marlies Schild gewinnt Ofterschwang-Slalom

Sport
28.01.2008 21:23
Österreichs Alpin-Damen haben im siebenten Saison-Slalom zum sechsten Mal gewonnen. Am Sonntag in Ofterschwang war wieder einmal Marlies Schild an der Reihe. Die Salzburgerin fuhr in Deutschland 0,42 Sekunden vor der Schwedin Therese Borssen und 0,51 Sekunden vor Landsfrau Nicole Hosp zu ihrem vierten Slalom-Saisonsieg und ihrem 19. Weltcupsieg insgesamt. Hosp baute dafür ihre Weltcup-Gesamtführung deutlich aus.

Obwohl Hosp am Samstag bei über einer Sekunde Vorsprung den Sieg im Riesentorlauf vergeben hatte, war die Tirolerin mit den Plätzen zwei und drei und daher 140 Weltcup-Punkten die große Siegerin des Wochenendes im Allgäu. Vor allem am Sonntag lief es fast optimal für die Weltcup-Titelverteidigerin, weil neben Julia Mancuso und Anja Pärson mit Lindsey Vonn (USA) auch ihre erste Verfolgerin im Slalom ausfiel.

Hosp holt wichtige Weltcup-Punkte
Hosp hingegen fuhr von Platz sieben noch auf das Slalom-Podest und knöpfte Vonn damit über das Wochenende 100 Punkte ab. Betrug ihr Vorsprung vor dem Wochenende nur 26 Punkte, sind es nach 23 von 38 Einzelrennen nun wieder 126.

Schild will "einfach gut Skifahren"
Neue Dritte in der Gesamtwertung ist mit 148 Punkten Rückstand bereits wieder Marlies Schild, die vergangene Saison Hosp im Kampf um die große Kristallkugel hauchdünn unterlegen war. Diesmal hat die Salzburgerin aus taktischen Gründen das Thema aber angeblich aus ihrem Kopf verbannt. "Das ist überhaupt kein Thema mehr. Ich will einfach nur gut Skifahren", erklärte Schild, ohne zu verheimlichen, das dies natürlich eher psychologische Überlegungen sind. "Denn wenn es doch nochmal ein Thema wird, wär es schon schön", gestand sie.

Die Salzburgerin, die im Vorjahr sieben von neun Saisonslaloms gewonnen hatte, überflügelte mit dem 17. Sieg in ihrer Spezialdisziplin Marc Girardelli und ist wieder auf dem besten Weg zur Slalom-Seriensiegerin. Nach ihren Erfolgen auf der Reiteralm, in Panorama und Spindlermühle setzte sie sich nun auch in Ofterschwang durch, obwohl sie als klare Halbzeit-Führende nach einigen Fehlern im Finale nur die 18. Laufbestzeit erzielte.

Marlies mit Problemen im zweiten Durchgang
Die 1,12 Sekunden Vorsprung auf Borssen halfen aber am Ende sehr, Schild rettete 0,42 davon ins Ziel. "Ich bin am Schuh hängen gebleiben und deshalb fast ausgerutscht", erklärte sie. "Insgesamt ist das jetzt eine sehr große Erleichterung. Ich hab versucht, es locker anzugehen. Ich war aber doch etwas nervös", gestand sie.

Die Italienerin Chiara Costazza bleibt damit die einizige Nicht-Österreicherin, die in dieser Saison einen Slalom (Lienz) gewonnen hat. Nach sieben von zehn Slaloms liegt Schild in der Spezialwertung nur noch fünf Zähler hinter der zweifachen Saisonsiegerin Hosp, die nach Aspen zuletzt auch den Slalom in Marburg gewonnen hatte. "Die kleine Kugel ist sicher ein Ziel von mir", gestand Schild. "Aber die Niki ist sehr hartnäckig. Ich werde versuchen, ihr weiter zuzusetzen."

Speed-Rennen in St. Moritz am kommenden Wochenende
Weiter geht es bei den Damen am kommenden Wochenende mit Speed-Rennen in St. Moritz. Der Schweizer Nobelort ist in diesem Winter zum bereits zweiten Mal Schauplatz von Damen-Weltcuprennen. Im Dezember waren im WM-Ort 2003 die in Val d'Isere abgesagten Bewerbe in Szene gegangen, Anja Pärson gewann damals sowohl Abfahrt als auch Super-G. Auch diesmal stehen Abfahrt und Super-G auf dem Programm.

Endergebnis des Slaloms in Ofterschwang:
1. Marlies Schild (AUT) 1:40,85 ( 48,39- 52,46)

2. Therese Borssen (SWE) 1:41,27 + 0,42 ( 49,51- 51,76)
3. Nicole Hosp (AUT) 1:41,36 + 0,51 ( 49,71- 51,65)
4. Veronika Zuzulova (SVK) 1:41,39 + 0,54 ( 49,25- 52,14)
5. Tanja Poutiainen (FIN) 1:41,45 + 0,60 ( 49,34- 52,11)
6. Chiara Costazza (ITA) 1:41,50 + 0,65 ( 49,82- 51,68)
7. Sarka Zahrobska (CZE) 1:41,54 + 0,69 ( 49,51- 52,03)
8. Maria Riesch (GER) 1:41,88 + 1,03 ( 49,73- 52,15)
9. Monika Bergmann (GER) 1:41,99 + 1,14 ( 50,29- 51,70)
9. Sandra Gini (SUI) 1:41,99 + 1,14 ( 49,82- 52,17)
11. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 1:42,88 + 2,03 ( 50,66- 52,22)
12. Kathrin Zettel (AUT) 1:42,90 + 2,05 ( 50,26- 52,64)
13. Nina Löseth (NOR) 1:42,95 + 2,10 ( 50,69- 52,26)
14. Claire Dautherives (FRA) 1:43,02 + 2,17 ( 50,73- 52,29)
15. Kathrin Hölzl (GER) 1:43,18 + 2,33 ( 51,01- 52,17)
16. Sandrine Aubert (FRA) 1:43,22 + 2,37 ( 51,57- 51,65)
17. Marina Nigg (LIE) 1:43,32 + 2,47 ( 51,56- 51,76)
18. Fanny Chmelar (GER) 1:43,72 + 2,87 ( 51,51- 52,21)
19. Frida Hansdotter (SWE) 1:44,08 + 3,23 ( 50,50- 53,58)
20. Anne Marie Mueller (NOR) 1:44,12 + 3,27 ( 51,88- 52,24)
21. Carolin Fernsebner (GER) 1:44,24 + 3,39 ( 51,42- 52,82)
22. Nika Fleiss (CRO) 1:44,38 + 3,53 ( 51,82- 52,56)
23. Marusa Ferk (SLO) 1:44,39 + 3,54 ( 51,45- 52,94)
24. Anna Goodman (CAN) 1:44,41 + 3,56 ( 51,68- 52,73)
25. Eva Kurfürstova (CZE) 1:44,90 + 4,05 ( 51,90- 53,00)

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(Bild: KMM)



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