28.01.2008 11:17 |

Militärische Ehren

Staatsbegräbnis für Ex-Präsidenten Suharto

Der frühere starke Mann Indonesiens, Hadji Mohamed Suharto, ist am Montag mit militärischen Ehren beerdigt worden. An dem landesweit im Fernsehen übertragenen Begräbnis in Solo rund 650 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Jakarta nahmen Hunderte geladene Trauergäste teil, darunter die Regierungsspitze mit Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. In Indonesien ist eine siebentägige Staatstrauer angeordnet worden.

Zehntausende Menschen hatten zuvor auf den Straßen in Jakarta und in Solo gewartet, um einen Blick auf den Trauerzug zu werfen. Der umstrittene Machthaber und frühere Fünf-Sterne-General war am Sonntag mit 86 Jahren gestorben.

Er hatte die letzten zehn Jahre zurückgezogen in Jakarta gelebt. Suharto, der das Land 32 Jahre diktatorisch regiert hatte, war 1998 durch Massenproteste zum Rücktritt gezwungen worden. In den Jahren seiner Präsidentschaft wurde Suhartos Militär für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Seine Anhänger halten ihm jedoch zu Gute, dem Land zu einem erheblichen Wirtschaftswachstum und Stabilität verholfen zu haben.

Alle Versuche, Suharto wegen massiver Menschenrechtsverletzungen und Korruption zur Rechenschaft zu ziehen, waren aus Gesundheitsgründen gescheitert.

Während Suhartos 32-jährigen Diktatur wurden etwa eine Million Regimegegner umgebracht. Seit seinem Sturz im Jahr 1998 lebte er zurückgezogen in einer Villa in Jakarta.

Brutaler Herrscher
Suhartos Herrschaft gilt als eine der brutalsten und korruptesten des 20. Jahrhunderts. Während seines Aufstiegs zur Macht wurden nach Schätzungen von Historikern bis zu 800.000 Menschen getötet, die beschuldigt wurden, Sympathisanten der Kommunisten zu sein. Weitere 300.000 Menschen kamen bei Militäreinsätzen gegen Unabhängigkeitsbewegungen in Papua, Aceh und Osttimor ums Leben.

Verbrechen nie aufgearbeitet
Dem Diktator wurden Menschenrechtsverletzungen, Korruption und die massive Veruntreuung von Staatsgeldern zur Last gelegt. Es wird geschätzt, dass Suharto und seine Familie zwischen 15 und 35 Milliarden Dollar beiseiteschafften. Die Verbrechen des Regimes wurden strafrechtlich nie aufgearbeitet. Durch ein ärztliches Attest konnte Suharto im Jahr 2000 erreichen, dass ein Strafverfahren wegen Veruntreuung gegen ihn ausgesetzt wurde.

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