Verschleppt

US-Bürgerin in Afghanistan entführt

Ausland
26.01.2008 20:00
In Afghanistan ist erneut eine ausländische Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation entführt worden: Bewaffnete Männer verschleppten die US-Bürgerin und ihren Fahrer am Samstagmorgen in Kandahar im Süden des Landes. Die Motive der Täter und ihre mögliche Zugehörigkeit zu einer Gruppe blieben zunächst unklar. Die 49-Jährige arbeitete nach Angaben des zuständigen Provinzgouverneurs Assadulla Khaled für die Entwicklungsorganisation Asian Rural Life Development. Erst im Dezember war der Deutsche Harald K. von Unbekannten entführt worden.

Der Gouverneur von Kandahar sagte der Nachrichtenagentur AFP, die 49-jährige Frau sei bei ihrer Entführung mit einer Burka bekleidet gewesen. Das traditionelle Ganzkörper-Gewand lässt nur die Augen offen und macht eine Identifizierung der Frauen eigentlich sehr schwer. Sie sei zum Zeitpunkt ihrer Entführung aber ohne bewaffnete Sicherheitskräfte unterwegs gewesen, fügte Khaled hinzu. Das afghanische Innenministerium bestätigte die Entführung. "Wir untersuchen dies und es gab bisher keinen Kontakt zu den Entführer", sagte ein Ministeriumssprecher in Kabul. Die US-Botschaft in Afghanistan stellte nach eigenen Angaben ebenfalls Nachforschungen an.

"Entführer sind die Feinde Afghanistans"
"Wer auch immer es war, die Entführer sind Feinde Afghanistans", sagte Khaled. Entführungen von Ausländern hat es in Afghanistan immer wieder gegeben, dahinter stecken meist radikalislamische Gruppen oder Lösegeld-Erpresser.

Seit Mitte Dezember vergangenen Jahres befindet sich der Deutsche Harald K. in Geiselhaft. Der Schreiner, der mit einer Afghanin verheiratet ist, war in der Provinz Herat entführt worden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Samstag steht die deutsche Botschaft weiter mit den örtlichen Behörden in Kontakt, um K. freizubekommen. Auch in diesem Fall ist über die Hintermänner nichts bekannt. Sowohl Familienangehörige als auch die Taliban gerieten unter Verdacht.

Die Provinz Kandahar, in der nun die US-Bürgerin entführt wurde, gilt als Geburtsstätte der Taliban. Mehr als sechs Jahre nachdem US-geführte Truppen sie gewaltsam gestürzt haben, zählt die Region immer noch zu den unruhigsten im ganzen Land.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele