Brisante Liste
Deutsche Studenten kämpfen im Irak für Al Kaida
In Listen mit Namen ausländischer Rekruten, die US-Soldaten in dem Zeltlager sicherstellten, finden sich laut eines Berichts von „Spiegel online“ die Personalien von vier Männern aus Niedersachsen, die sich demnach freiwillig für den Jihad gemeldet haben. Zwei der Männer, Radhuan Ibn Jussif N., 25, und Siad B., 30, verschwanden im Frühjahr vergangenen Jahres plötzlich aus dem Braunschweiger Studentenwohnheim "Affenfelsen".
Die beiden Tunesier hatten an der Technischen Universität Braunschweig studiert und galten als unauffällig: B. lebte seit zehn Jahren in Deutschland, N. seit 2003. Noch unklar ist der Hintergrund bei den anderen zwei Mitgliedern der Jihad-Reisegruppe: Ein weiterer Tunesier namens Nidal al-K. gab gegenüber Al Kaida an, Arzt zu sein und stellte sich den Unterlagen zufolge als Selbstmordattentäter zur Verfügung. Ob er noch lebt, ist ungewiss.
Deutsche Ermittler prüfen nun, wer die vier Jihadisten in Deutschland rekrutierte und den Kontakt vermittelte. Die Gruppe gab an, über die Türkei und Syrien in das Kampfgebiet gereist zu sein.
Mehr als 80 Freiwillige aus Deutschland
Das deutsche Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz gehen davon aus, dass seit 2003 bundesweit mehr als 80 Freiwillige aus Deutschland in den Irak gereist sind, von denen etwa die Hälfte aktiv auf Seiten Al Kaidas gekämpft haben.
In einem weiteren Ermittlungsverfahren gehen die Fahnder derzeit möglichen Verbindungen zwischen einer Islamistenzelle in Barcelona und deutschen Kontaktleuten nach: Die spanische Polizei hatte am vergangenen Samstag in Barcelona zwölf Pakistani und zwei Inder festgenommen, die im Verdacht stehen, einen Anschlag geplant zu haben.



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