Laut Energie Steiermark sei das größte Problem das Vordringen zu den beschädigten Leitungen vor allem im Raum Weiz, Deutschlandsberg und Voitsberg. Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark, hoffte am Dienstag, dass im Laufe des Tages das gesamte Mittelspannungsnetz wieder hergestellt werden könne. Danach könne man sich mit rund 400 Mitarbeitern verstärkt um die Leitungen zu den einzelnen Haushalten kümmern. Bis zum Abend sollen der Großteil der 4.000 Haushalte - von denen manche schon rund 50 Stunden ohne Strom sind - wieder versorgt werden. "Einzelne Haushalte werden auch noch einige Tage nicht versorgt werden können, denn mehr als 100 Kilometer an Niederspannungs-Trassen sind unter Bäumen begraben", so Harnik-Lauris.
Steiermark: Schlimmste Schäden seit 30 Jahren
Das steirische Stromnetz mit einer Gesamtlänge von mehr als 23.000 Kilometer sei derart beschädigt, dass die Wiederherstellung des Normalzustandes mehrere Wochen dauern werde, erklärte der Sprecher. "Derartige Schäden hat es im steirischen Stromnetz in den vergangenen 30 Jahren nicht gegeben." Eine genaue Schadenssumme könne derzeit noch nicht beziffert werden, denn das hänge davon ab, wie lange die Arbeiten noch dauern und Fremdfirmen als Unterstützung benötigt werden. In jedem Fall erreiche man einen Schaden in Millionenhöhe, erklärte der Sprecher.
Seitens der ÖBB hieß es, dass die Südbahn zwischen Frohnleiten und Bruck an der Mur nach wie vor wegen der Schäden an den Fahrleitungen bis inklusive Mittwoch nur mit Behinderungen passierbar ist. Der Nahverkehr wurde mittels Bussen abgewickelt, der Fernverkehr mit Hilfe von vorgespannten Dieselloks aufrechterhalten.
1.000 Kärntner Haushalte immer noch ohne Strom
Auch in Kärnten saßen die Bewohner von rund 1.000 Haushalten weiter im Dunkeln. Betroffen war vor allem das Metnitztal. Dort sind auch die Schäden in den Wäldern besonders schwer, was die Arbeit der Montagetrupps erschwert. Im Metnitztal im Bezirk St. Veit/Glan arbeiteten die Monteurtrupps der Kelag Netz GmbH am Dienstag bereits mit Unterstützung des Bundesheeres. "Das Problem dort ist, dass wir enorm viel Windbruch wegräumen müssen, um überhaupt zu den jeweiligen Störungsstellen zu gelangen", sagte Kelag Netz-Geschäftsführer Herbert Fuchs. Bis zum Abend sollten aber die meisten Kunden wieder mit elektrischer Energie versorgt sein. Auch die Leitungen am Goldeck bei Spittal waren bis Mittag noch nicht wiederhergestellt.
An einer "raschen und unbürokratischen Hilfe" für die Betroffenen arbeite das Finanzministerium mit den Ländern, kündigte Ressortchef Vizekanzler Wilhelm Molterer an. Man sei seit Montag in Kontakt mit den Katastrophenreferenten der betroffenen Bundesländer, um die Unterstützung von Sturmopfern durch die Mittel des Katastrophenfonds zu koordinieren. Erste Schätzungen der Schadenshöhen werden im Laufe der Woche vorliegen. Das Land Kärnten forderte 7,3 Millionen Euro vom Bund als Soforthilfe. Das Land stelle 4,8 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Niederösterreich stellte zwei Millionen Euro bereit.
Forstwirtschaft kommt mit blauem Auge davon
In der Forstwirtschaft dürften sich die Schäden durch "Paula" eher in Grenzen gehalten haben. Die Bundesforste müssen durch den Sturm mit nur 25 bis 33 Prozent der Schadholzmenge rechnen, die sie vor einem Jahr durch "Kyrill" erlitten hatten. Da das Unwetter regional beschränkt war und außerhalb der österreichischen Grenzen nicht spürbar gewesen sei, rechne man auch nicht mit negativen Auswirkungen auf den Holzpreis, sagte ein Sprecher der Bundesforste AG (ÖBf).
Bilder von den Sturmschäden findest du in unserer Infobox!










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