Der Lokalmatador hat seine Führungsposition nach dem Springen beim Sprint-Weltcup der Nordischen Kombinierer auf der Heimschanze in Seefeld perfekt genützt und feierte auf der 7,5-km-Loipe einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Bieler gewann sieben Sekunden vor dem Norweger Magnus Moan und dem deutschen Weltcupleader Ronny Ackermann. Mit Bernhard Gruber (8.) und Lukas Klapfer (10.) schoben sich zwei weitere ÖSV-Athleten in die Top Ten.
Österreicher nützen Heimvorteil
Den Heimvorteil auf dem schwierigen Olympia-Bakken von 1976 nützten die Österreicher perfekt. Nach dem Springen führte Bieler mit 98 Metern vor seinen Teamkollegen David Zauner (94 m/+0,18 Sekunden) und Bernhard Gruber (93,5/+0,24). Dahinter folgte ein deutsches Dreierpaket in dem Weltcupleader Ackermann als Sechster 46 Sekunden Rückstand aufwies.
Auf der Loipe ließ sich Bieler dann nicht aus der Ruhe bringen: Nach Runde eins wies er 36 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger aus, bei denen besonders Moan (nur 14. nach dem Springen) gewaltig aufholte. Doch von Runde zu Runde blieb der Vorsprung des Tirolers gleich, der schließlich völlig relaxt ins Ziel lief. Für den Team-Olympiasieger (2006 in Turin) und Team-Weltmeister (2005) war es der fünfte Weltcupsieg seiner Karriere.
„Dieser Sieg war der schönste“
"Und wenn noch mehr Siege kommen sollten, dies war der schönste", strahlte Bieler im Ziel, "es wird schwierig, diesen Erfolg noch zu toppen." Für den 30-jährigen Absamer war der Sieg vor 7.000 heimischen Fans wie eine Befreiung: "Zuletzt steckte ich in einem Tief. Es war nicht einfach, von vorne wegzulaufen." Aber Bieler bestimmte klar das Tempo und das Rennen und jubelte danach: "Ich habe noch nie von Platz eins aus gewonnen."
Die 7,5 km bei Kaiserwetter und perfekten Loipenbedingungen bezeichnete Bieler, der heuer schon zu Saisonbeginn in Trondheim (NOR) gewonnen hatte, als 'Genusslauf': "Danke an alle in Seefeld, an das OK und die Fans. Das war unbeschreiblich." Am Sonntag muss Bieler schließlich als Jäger seines Teamkollegen Bernhard Gruber starten, für den "Oldie" in der ÖSV-Truppe kein Problem. "Alles was jetzt kommt, ist nur noch Draufgabe", sagte Bieler, "mein Ziel, das wichtigste Saisonrennen zu gewinnen, ging auf."
Chefcoach schlug vor Freude Salto
Dementsprechend groß war auch der Jubel bei den Trainern. Chefcoach Alexander Diess feierte den Erfolg mit einem perfekten Salto über den Steilhang in den Tiefschnee. "Das war ein perfekter Tag, die Leistung von Bieler war beeindruckend. Die Art und Weise wie er zum Sieg lief, zeugte von seiner Größe", sagte der Oberösterreicher. "Noch dazu zeigte er den besten Sprung in dieser Saison, da blieben mir die Worte im Hals stecken. Unglaublich."
Im Weltcup konnte Ronny Ackermann seine Führung auf 911 Punkte ausbauen. Dem Deutschen folgen Bill Demong (USA/701) und Jason Lamy Chappuis (FRA/613). Bester Österreicher ist nun Bieler als Siebenter mit 508 Zählern. Im Nationencup führt Deutschland (2.592) vor Österreich (1.780).
Endergebnisse des Weltcup-Sprint-Bewerbs:
1. Christoph Bieler (AUT) 19:33,9 Minuten
2. Magnus Moan (NOR) +7,1 Sekunden
3. Ronny Ackermann (GER) +7,2
4. Norihito Kobayashi (JPN) +8,8
5. Jason Lamy Chappuis (FRA) +9,2
6. Bill Demong (USA) +9,7
7. Eric Frenzel (GER) +9,7
8. Bernhard Gruber (AUT) +15,2
9. Petter Tande (NOR) +18,7
10. Lukas Klapfer (AUT) +20,5
Weiter:
14. Alfred Rainer (AUT) +45,2
15. David Zauner (AUT) +45,8
16. Mario Stecher (AUT) +53,9
21. David Kreiner (AUT) +1:20,0 Minuten
22. Marco Pichlmayer (AUT) +1:21,7
23. Tomaz Druml (AUT) 1:21,8
34. Wilhelm Denifl (AUT) +2:06,3








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