Cobra-Einsatz

Maskenmann nützte stundenlangen Vorsprung

Oberösterreich
25.01.2008 19:48
Die Polizei glaubt dem 18-jährigen Patrick O., dass er einen bewaffneten Maskenmann im Andorfer Fensterwerk Josko gesehen hat. Einen Amokläufer oder Faschingsnarren? Angst und Ungewissheit bleiben, weil das „Phantom“ mit stundenlangem Vorsprung flüchten konnte: Es wurde viel zu spät Alarm geschlagen!

„Wir appellieren an alle, derart beunruhigende Beobachtungen sofort der Polizei zu melden“, schildert Mag. Hermann Feldbacher von der oö. Sicherheitsdirektion, warum ein Großaufgebot das Nachsehen hatte: Der ominöse Maskenmann hätte seine obskure Maschinenpistole am Donnerstag um 8.40 Uhr auf den einzigen Augenzeugen gerichtet, Patrick habe zwar davon sofort Kollegen berichtet, aber keiner habe Alarm geschlagen. Erst habe man dem Burschen nicht geglaubt, dann sei man nachschauen gegangen, ehe nach langen Beratungen endlich beschlossen wurde, um 9.25 Uhr die Polizei Andorf zu rufen. 15 Minuten später traf die erste Streife ein, die daraufhin das Einsatzkommando „Cobra“ und Spürhunde anforderte.

Das „Phantom“ war über alle Berge, bis 35 Beamte die Firma umstellt und 60 Mitarbeiter herausgeholt hatten. Erst um 12.20 Uhr war das Areal durchsucht und der Einsatz beendet. Auf einem Video ist nur eine schemenhafte Gestalt zu sehen, aber weder Maske noch Waffe. Jetzt laufen mühsame kriminalpolizeiliche Ermittlungen.

 

Foto: Manfred Fesl

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