
Vor fast genau einem Jahr war der Jahrhundertsturm "Kyrill" über Österreich gebraust. Mehr als drei Millionen Festmeter wurden wie Zündhölzer geknickt. Zurück blieben Waldwüsten, in denen keine Fichte mehr neben der anderen blieb. Nur ein Wetterextrem von vielen, die vor allem in den vergangenen 13 Jahren über Österreich hereinbrachen.
"Mit beängstigenden Folgen für die Land- und Forstwirtschaft. Denn allein diese Sturmgewalt hat sich mit 200 Millionen Euro negativ zu Buche geschlagen", schlug der Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, gemeinsam mit Dr. Torsten Jeworrek von der "Münchener Rück" am Freitag Alarm. Schon zur Jahresmitte hatte Weinberger eine niederschmetternde Bilanz ziehen müssen.
Gigantische Schäden in der Landwirtschaft
Bis zum August hatten sich die Dürreschäden in der heimischen Landwirtschaft auf 60 Millionen Euro belaufen. Insgesamt waren auf 135.000 Hektar Mais, Sonnenblumen und andere Feldfrüchte unrettbar verdorrt. Dazu kamen im Vorjahr gewaltige Hagelstürme! Im Monat Juni prasselten dann an mehr Tagen mehr Schloßen vom Himmel als jemals zuvor. Obst, Wein und sämtliche Kulturen im Ackerbau - nur noch Halme! Verstärkt wurde die Verzweiflung der Bauern durch das heißeste Frühjahr und den niederschlagärmsten April seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Hagelversicherung wurden binnen kürzester Zeit 6091 Schadensfälle gemeldet.
Höchste Schäden durch Kamp-Flut
Und dabei war 2007 nicht das schlimmste Katastrophenjahr: Das Jahrtausendhochwasser (in erschreckender Erinnerung ist noch die Kamp-Sintflut) trug zu 3,5 Milliarden Gesamtschäden bei! Weitere Überschwemmungen, Dürre und Schneedruck kosteten die Versicherungswirtschaft zwischen 2003 und 2006 376 Millionen. Und es könnte alles noch schlimmer kommen: Laut Berechnungen des Energieinstituts der Linzer Johannes-Kepler-Universität wird der Klimawandel - bei einem Temperaturanstieg von 1,63 Grad Celsius - 70 Milliarden Euro Schäden anrichten.
Dr. Torsten Jeworrek zog Freitagvormittag in Wien rund um den fortschreitenden Klimawandel jedenfalls eine erschütternde Bilanz: "Die wetterbedingten Naturkatastrophen haben seit 1950 um ein Mehrfaches zugenommen. In jüngster Zeit wurden die elf wärmsten Jahre gemessen seit Beginn der systematischen Messungen. Und das war immerhin im Jahr 1856."
Von Mark Perry, Kronen Zeitung










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