Elend in Kenia

Mehr Vergewaltigungen in Flüchtlingslagern

Ausland
25.01.2008 23:29
Seit Beginn der Unruhen wegen der umstrittenen Präsidentenwahl in Kenia werden immer häufiger Kinder (im Bild obdachlose Kinder in einer Notunterkunft) und Frauen in den überfüllten Flüchtlingslagern zu Opfern sexueller Gewalt. "Die Zahl der Vergewaltigung nimmt zu", erklärte eine Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF.

Frauen oder Kinder würden beispielsweise nachts beim Gang auf die Latrinen vergewaltigt. In anderen Fällen seien Frauen und Mädchen gezwungen, sexuelle Handlungen im Austausch für Schutz, Transport oder Nahrung anzubieten.

Konkrete Zahlen seien schwer zu bekommen, da die Opfer viele Fälle sexueller Gewalt aus Scham gar nicht meldeten, erklärte die UNICEF-Sprecherin weiter. Einheimische Menschenrechtsorganisationen gingen aber davon aus, dass sich die Zahl sexueller Gewaltverbrechen seit der Präsidentenwahl verdoppelt habe. Es sei zu befürchten, dass infolge der Vergewaltigungen auch die Zahl der HIV-Infektionen rasant zunehme.

Nach Ausbruch der Gewalt im Zusammenhang mit der umstrittenen Wahl sind schätzungsweise eine Viertelmillion Kenianer aus ihren Häusern geflohen. Viele halten sich in Behelfslagern in der Nähe von Schulen oder Polizeiwachen auf, weil sie sich dort etwas Schutz erhoffen.

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