Trotz der Einhaltung der Gesetze habe die Umweltorganisation aber eine "äußerst hohe Menge an der umweltgefährdenden Risikochemikalie Naphthalin-1,5-Disulphonat" nachgewiesen. "Wir erwarten uns, dass die Geschäftsführung innerhalb der kommenden drei Wochen einen Plan für die Reduktion der Chemikalie vorlegt", so Schuster.
Probleme mit biologisch nicht abbaubarem Stoff
Naphthalin-1,5-Disulphonat sei problematisch, weil es biologisch nicht abbaubar sei und sich in der Umwelt anreichere. Aus diesem Grund habe die EU diese Chemikalie auch als "Prioritäts-Chemikalie" in die Wasserrahmenrichtlinie aufgenommen. Das bedeute, dass Maßnahmen gesetzt werden müssten, um die Einleitung in Gewässer zu vermeiden.
Streit mit Ungarn
Nachdem im Oktober des Vorjahres der Streit mit Ungarn wegen der Verschmutzung der Raab beigelegt werden konnte, schlagen die "Schaumwellen" nun wieder hoch. Der Sportangler-Verein des ungarischen Komitats Vas fordert zehn Millionen Forint, das sind umgerechnet 38.000 Euro, Schadenersatz von österreichischen Lederfabriken, die für die Verschmutzung des Grenzflusses Raab und die damit verbundene Abwanderung von Fischen verantwortlich sein sollen. Das berichtete die Tageszeitung "Nepszabadsag" am Dienstag. Auch steirische Firmen sind betroffen.
Vor allem Firma Wollsdorf-Leder in der Oststeiermark dürfte von der Schadenersatz-Forderung betroffen sein. Die Fabrik hatte die zulässigen Grenzwerte laut Greenpeace-Analysen im Jänner bis zu zwölffach überschritten (dieses Argument scheint allerdings seit Mittwoch entkräftet zu sein).
Lederfabriken sind Schuld und sollen zahlen
Laut Sandor Csecs, dem Generalsekretär des Fischer Verbandes, hätten aber auch Untersuchung der Wiener Universität bestätigt, dass die österreichischen Lederfabriken die alleinige Verantwortung für den Umweltschaden tragen. Die Verschlechterung der Wasserqualität der Raab hätte zwar zu keinem Fischsterben geführt, jedoch an den Abschnitten Alsoszölnök und Magyarlak zu einer völligen Abwanderung der Tiere gesorgt.
"Neue" Fische für Ungarn
Der Anglerverein hat seine Schadenersatzforderung bereits bei der ungarisch-österreichischen Aktionsgruppe "Raab" eingereicht und um Hilfe bei der Durchsetzung der Forderung gebeten. Laut Generalsekretär hoffen die Angler, sich mit den Fabriken einigen zu können. Die geforderte Summe soll für neuen Fischbesatz, die Kontrolle des Bestands sowie die Untersuchung der Wasserqualität verwendet werden.
Strengere Umweltauflagen für Lederfabriken
Die Verschmutzung der Raab durch österreichische Firmen hatte zu Spannungen zwischen Ungarn und Österreich geführt. Diese konnten mittlerweile durch einen gemeinsamen Aktionsplan entschärft werden. Strengere Auflagen im Gewässerschutz und die Nachrüstung von Filtern brachten Besserungen. Doch nach erneuter Schaumbildung auf dem Fluss forderte Ungarn "endlich eine beruhigende Lösung".









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