Ausnahmezustand

Terroristenjäger bei Anschlag in Beirut getötet

Ausland
25.01.2008 16:47
Bei einer starken Explosion in einem christlichen Viertel der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Freitag mindestens zehn Personen ums Leben gekommen und 25 teils schwer verletzt worden. Der Anschlag galt offenbar einem hohen Offizier des libanesischen Geheimdienstes, Major Wissam Eid. Er befindet sich unter den Getöteten. Die Explosion ereignete sich auf einer Straße im Stadtteil Hasimiyeh am Ostrand der libanesischen Hauptstadt.

Der Geheimdienstoffizier Wissam Eid hatte an der Aufklärung von Terroranschlägen mitgewirkt. Mit ihm starben nach ersten Informationen zwei Leibwächter sowie sieben Zivilisten. Helfer vor Ort berichteten, Leichenteile seien wegen der Wucht der Explosion teilweise hundert Meter vom Ort des Anschlags entfernt gefunden worden.

Reihe von Attentaten
Seit der Ermordung von Ex-Premier Rafik Hariri im Februar 2005 ist es im Libanon zu einer Reihe von politisch motivierten Attentaten gekommen. Unter den Opfern befanden sich der designierte christliche Armeechef General Francois al-Hajj, der christliche Falange-Politiker und Industrieminister Pierre Gemayel sowie mehrere Parlamentsabgeordnete.

Kurz vor dem Anschlag hatte der Chef der zur antisyrischen Mehrheitskoalition gehörenden Sozialistischen Fortschrittspartei, Walid Joumblatt, die pro-iranische Schiiten-Organisation Hisbollah beschuldigt, einen neuen Bürgerkrieg anzuzetteln.

Designierter Staatspräsident droht der Opposition
Der libanesische Armeekommandant General Michel Sleimane, auf dessen Wahl zum Staatspräsidenten sich die verfeindeten politischen Lager im Prinzip verständigt haben, hatte am Donnerstag die oppositionellen Kräfte vor einem Ausufern ihrer Proteste gegen die Regierung gewarnt. Die Streitkräfte respektierten die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, doch würden sie bei der kleinsten sich abzeichnenden Bürgerkriegsgefahr entschlossen einschreiten, kündigte Sleimane an.

Demonstranten, die einem Streikaufruf des libanesischen Gewerkschaftsbundes CGTL gefolgt waren, hatten zuvor mehrere Hauptverkehrsverbindungen des Landes blockiert, um gegen die Inflation und die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren.

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