Streik in Frankreich
Frankreichs Beamte streiken für höhere Gehälter
Pläne der konservativen französischen Regierung, die Pensionsbeitragszeiten bei staatlichen Betrieben an den Privatsektor anzugleichen, hatten bereits im November zu einem zehntägigen Streik im öffentlichen Verkehr geführt. Bei einem Aktionstag Ende November hatte knapp ein Drittel der Staatsdiener die Arbeit niedergelegt.
Beamte streiken für höhere Gehälter
"Sarko, stopp' die Show und gib' uns Euro", skandierten die Teilnehmer in der nordfranzösischen Stadt Lille. Auch in Paris, wo nach Polizeiangaben 17.000 Menschen auf die Straße gingen, griffen die Demonstraten das in den Medien ausgebreitete Privatleben des Staatschefs auf: "Wir wollen nicht Carla, wir wollen nicht Cécilia, wir wollen Kaufkraft", riefen sie unter Anspielung auf Sarkozys Ex-Frau und die neue Partnerin des Staatschefs.
Die Gewerkschaften schätzten, dass sich bis zu 55 Prozent aller Lehrer an dem Ausstand beteiligten. Im ganzen Land fiel an Schulen Unterricht aus, wie das Bildungsministerium mitteilte. Bei den Postangestellten streikten den Angaben zufolge weniger als zehn Prozent der Angestellten. Die Fluglotsen beteiligten sich nicht an der Protestaktion.
Gewerkschaften hatten zum Ausstand aufgerufen
Sieben der acht Gewerkschaften, die die insgesamt rund fünf Millionen Beamten in Frankreich vertreten, hatten zu dem Streik aufgerufen. Damit wollten sie gegen Stellenstreichungen protestieren und höhere Bezüge fordern. Haushaltsminister Eric Woerth wies darauf hin, dass vor allem die Bürger unter dem Streik im Öffentlichen Dienst zu leiden hätten. Er glaube nicht, dass "ein Patient, der auf seine Behandlung wartet (...) oder eine Mutter, die ihr Kind nicht zur Schule bringen kann", den Streik gut fänden, sagte Woerth im Gespräch mit "France Soir".



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