BAWAG-Prozess

Angepeilter Urteilstermin 8. Februar ist geplatzt

Österreich
24.01.2008 16:54
Der BAWAG-Prozess, der am 16. Juli 2007 begonnen hat, zieht sich weiter: Richterin Claudia Bandion-Ortner hat am 59. Verhandlungstag verkündet, dass der von ihr zuletzt angepeilte Urteilstermin 8. Februar nun doch nicht zu halten sei. "Am 8. Februar wird es noch keine Urteile geben", damit sei vielleicht nach den Energieferien (ab 18. Februar) zu rechnen.

Während der Energieferien will die Richterin eine einwöchige Verhandlungspause einlegen. Die erneute Verzögerung wird mit den umfangreichen Gutachten und dem Ausfall des Verhandlungstags am Mittwoch - die Richterin war erkrankt - erklärt.

Nächste Woche wird jedenfalls fünf Tage lang durchverhandelt: Am Montag und Freitag steht Gutachter Fritz Kleiner zur Befragung zur Verfügung, am Dienstag und Mittwoch der Sachverständige Thomas Keppert. Am Mittwochnachmittag geht es nochmals um die Causa des früheren Konsum-Chefs Hermann Gerharter. Der Donnerstag ist für Beweisanträge und weitere Befragungen der Angeklagten vorgesehen.

Koren: War über Milliardenverlust geschockt
Am Donnerstagnachmittag ist BAWAG-Vizegeneraldirektor Stephan Koren als Zeuge befragt worden. Am Weltspartag 2005, nachdem er erst seit 1. Oktober 2005 im BAWAG-Vorstand saß, habe er erstmals von den 1995 wieder aufgenommenen Sondergeschäften der BAWAG mit Wolfgang Flöttl erfahren, erzählte Koren.

Eine 70-Millionen-Euro-Überweisung über die slowakische BAWAG-Tochter Istrobanka sei dem dortigen Geschäftsführer aufgefallen. Mit der Überweisung sollten offenbar Forderungen aus den Stiftungen in die AVB (ÖGB-Tochter Anteilsverwaltung BAWAG P.S.K.) geholt werden. In Folge der Recherchen habe ihn dann der damalige BAWAG-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger davon informiert, dass diese Überweisung "der letzte Stein der Sanierung eines großen Kreditproblems" sei, das die BAWAG Ende der 90-er Jahre hatte. Als die Höhe der Verluste mit "1,4 Milliarden" beziffert wurde habe er zunächst an Schilling gedacht, dann aber von den 1,4 Milliarden Euro Verlusten erfahren. "Wir waren geschockt", meinte Koren.

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