Medizin-Sensation

Blutgruppenwechsel nach Lebertransplantation

Wissenschaft
24.01.2008 13:35
Nach einer Lebertransplantation hat sich die Blutgruppe eines australischen Mädchens plötzlich geändert und dem Immunsystem des Spenders angepasst. Wie Ärzte einer Kinderklinik in Sydney der Nachrichtenagentur AFP sagten, litt die bei dem Eingriff neun Jahre alte Demi-Lee Brennan unter aktuem Leberversagen und bekam sofort ein neues Organ eingepflanzt.

Neun Monate nach der Operation stellten die Ärzte fest, dass sich die Blutgruppe und das Immunsystem des Kindes angepasst hätten, nachdem Stammzellen aus der neuen Leber ins Knochenmark gewandert seien.

"Das ist äußerst ungewöhnlich. Uns ist kein anderer Fall bekannt, bei dem das passiert ist", sagte der behandelnde Hepatologe Michael Stormon. Er habe bei Vorträgen auf der ganzen Welt darüber gesprochen, und niemand habe davon gehört.

Stormon vermutet "eine Reihe glücklicher Zufälle" hinter dem Blutgruppenwechsel, darunter eine Entzündung nach der Transplantation, dank der sich die Stammzellen der Spenderleber ausbreiten konnten.

Nun ist im US-Fachblatt "The New England Journal of Medicine" ein Artikel über den Fall erschienen. Die mittlerweile 15 Jahre alte Demi-Lee ist demnach gesund und wird lediglich ambulant untersucht. Dabei sollen mögliche Folgen für andere Fälle von Organtransplantation herausgefunden werden. Bei Transplantation besteht das Risiko, dass das Immunsystem des Patienten das Spenderorgan abstößt.

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