Klimaschutz-Studie

Mehr Förderung für Althaus-Sanierung

Wohnkrone News
04.02.2008 11:04
Ohne Ankurbelung der Sanierungsrate geht gar nichts – so die eindeutige Feststellung der Autoren einer aktuellen Klimaschutz-Studie. Denn um die angestrebten Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, ist eine rasche und vor allem umfassende thermische Sanierung von großen Teilen des Althausbestandes erforderlich.

Traurige Bilanz der Studie: Rund 1,5 Millionen Wohneinheiten weisen zurzeit in Österreich eine schlechte thermische Qualität auf und müssen dringend saniert werden. Nach Ansicht der Experten kann eine Reduktion der CO2-Emissionen im Wohnbereich ohne eine massive Verbesserung des thermisch-energetischen Levels des Häuserbestandes nicht erreicht werden, da rund ein Fünftel des Endenergieverbrauchs auf die Raumwärme von Haushalten und Kleinverbrauch entfällt. Insbesondere die nach dem 2. Weltkrieg bis zum Jahr 1980 errichteten Wohnungen und Häuser stellen ein Problem dar.

Eine Milliarde für Sanierung
Haupthemmnis Nummer 1 der Sanierungstätigkeit ist wie so oft das liebe Geld. So werden etwa im Eigenheimbereich umfassende Sanierungen meist nur im Fall des Generationswechsels oder bei Verkauf der Immobilie vorgenommen. Größer ist die Bereitschaft bei punktuellen Maßnahmen, die eine sofortige Komfortsteigerung der Bewohner mit sich bringen, wie etwa Fenstertausch bei Zugluft oder Verkehrslärm oder Umstieg auf ein automatisches Heizsystem.

Um eine deutliche Ankurbelung der Sanierungsrate zu erreichen, fordern die Autoren der Studie konkrete Maßnahmen: koordinierte Konzepte, verbesserte Information und vor allem auch finanzielle Anreize in Form einer höheren Sanierungsförderung als bisher.

Rund eine Milliarde Euro insgesamt sollen jährlich für Maßnahmen wie Wärmedämmung & Co aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden.

Diese Finanzierungsmilliarde für die beschleunigte Wohnhaussanierung soll durch Umschichtungen innerhalb der Wohnbauförderung und durch eine zusätzliche Neudotation in Höhe von 200 Millionen Euro realisiert werden. Derzeit fließen von 2,5 Milliarden Euro Wohnbauförderung 538 Millionen in die Wohnhaussanierung. Mit rund 10 Prozent der für die Wohnbauförderung verfügbaren öffentlichen Mittel könnte der notwenige Sanierungsaufwand in Gang gesetzt werden.

Das sei, so die Autoren, noch immer billiger, als in einigen Jahren  Klimaschutz-Zertifikate zu kaufen oder Strafen wegen Nichterreichung von EU-Klimaschutz-Zielen zu zahlen.

Bessere Information und mehr Beratung
Neben dem Geld scheitern viele Sanierungsprojekte in der Praxis aber auch häufig schlicht und einfach am mangelnden Problembewusstsein der Hausbewohner. Welche Maßnahmen tatsächlich für eine nachhaltige energetische Verbesserung erforderlich sind, ist für den baulichen Laien nicht leicht zu erkennen. Und nicht zu vergessen: Umfassende Sanierungsprojekte sind in der Organisation und Abwicklung meist mühsam und belasten nicht nur Geldbörse, sondern auch Nerven. So ist es nur allzu verständlich, dass viele Hausbesitzer davor zurückscheuen, ihr zwar schlecht gedämmtes, aber trautes Heim in eine Baustelle umzuwandeln.

Dazu kommt noch, dass der direkte Nutzen solcher thermischen Gesamtsanierungen für den Bewohner – im Gegensatz eben zu einzelnen punktuellen Maßnahmen wie etwa eine behagliche Heizung – meist nicht unmittelbar auf der Hand liegt und auch kaum durchschaubar ist.

Der gezielte Ausbau einer fachkundigen, kompetenten und vor allem unabhängigen Beratung ist hier also nach Ansicht der Autoren der Studie dringend erforderlich. Weiters muss das Generalunternehmen-Angebot deutlich erhöht werden: Alles-aus-einer-Hand also nicht nur im Neubau-, sondern auch für den so wichtigen Sanierungsbereich.

„Öko-Darlehensaktion“
Die Studie „Klimaschutz durch Wohnbausanierung“ wurde von Prof. Dr. Reinhold Christian, Umwelt Management Austria, Dr. Winfried Kallinger, Kallco Bauträger und Sprecher der Bauträger in der Wirtschaftskammer Österreich und Prof. Dr. Helmut Kramer, ehemaliger Leiter des WIFO, erstellt.

Beauftragt wurde die Studie von der  Raiffeisen Bausparkasse, die zugleich mit dieser Untersuchung ihre neue „Öko-Darlehensaktion“ vorstellte. Ab 1. Februar bietet sie einen um 10 Prozent reduzierten Zinssatz für ökologische Maßnahmen an. Dafür wird ein Volumen von 100 Millionen Euro reserviert.

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