24.01.2008 07:52 |

BAWAG-Affäre

ÖGB überlegt Schadenersatzklage gegen Flöttl

Der ÖGB überlegt im Zusammenhang mit dem BAWAG-Prozess auch Schadenersatzforderungen gegen den Spekulanten Wolfgang Flöttl. "Das ist eine mögliche Variante", bestätigt ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Vor einer Entscheidung werde man jedoch die Urteile im laufenden Strafprozess abwarten und bewerten. Hundstorfer rechnet ohnehin nicht mit einem raschen Ende der Gerichtsverhandlungen: "Was immer da geurteilt wird, irgendetwas geht in die Berufung."

In den bisherigen Schadenersatzforderungen des ÖGB war Flöttl nicht berücksichtigt. Die zivilrechtliche Klage richtete sich nur gegen die frühere BAWAG-Spitze sowie gegen Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch und Finanzreferent Günter Weninger, wurde in erster Instanz aber abgewiesen. Das Ergebnis der Berufung des ÖGB wird für frühestens Ende Februar erwartet.

Der ÖGB habe aus der BAWAG-Affäre "die Lehren gezogen", betont Hundstorfer. Es gebe mittlerweile ein strenges Vier-Augen-Prinzip und eine "sehr aktive Kontrollkommission, die viele Fragen stellt". Dass dort mit den Christgewerkschaftern nun eine Minderheitsfraktion den Vorsitz führe sei "schwerst in Ordnung", betont der Gewerkschafts-Chef: "Das hätten wir schon vor zehn Jahren machen können."

Kein Kontakt mehr zu Verzetnitsch
Auch was die Kooperationsbereitschaft der Teilgewerkschaften angeht, hat der BAWAG-Schock laut Hundstorfer Positives bewirkt: Es gebe eine enge Zusammenarbeit und Kooperation in vielen Bereichen, auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen. Außerdem gibt es Gespräche über die Zusammenlegung der verschiedenen Mitgliederzeitschriften. Weitere Gewerkschaftsfusionen soll es - über den bereits bekannten Zusammenschluss von Metall-, Bau-Holz- und Chemiearbeitergewerkschaft sowie das Andocken der Künstler- an die Beamten-Gewerkschaft hinaus - aber nicht geben.

Mit seinem Vorgänger Fritz Verzetnitsch habe er keinen Kontakt mehr, betont Hundstorfer. "Es gab eine kurze Begegnung am 21. Dezember bei einer Veranstaltung in Linz, wo ich guten Tag gesagt habe, und das war's."

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