„Alles zugemüllt“

Nomaden in Wohnwagen fielen über Ortschaft her

Mit falschen Angaben haben Nomaden das Vertrauen eines Grundstücksbesitzers in Grafenstein gewonnen. Statt ein paar wenigen angekündigten Unternehmern sind binnen kürzester Zeit zahlreiche Siedler mit mehr als 60 Wohnwagen in die Ortschaft eingefallen und haben diese zugemüllt. 

„Ursprünglich wurde bei dem Grundstücksbesitzer angefragt, ob drei bis vier Unternehmer mit ihren Wohnwagen bei ihm parken dürften, um von dort aus zum Arbeiten nach Klagenfurt zu gelangen“, erzählt Stefan Deutschmann, Bürgermeister von Grafenstein, in Vertretung des betroffenen Bürgers, da dieser aktuell schlecht erreichbar ist. 

Der gutmütige Mann gab seine Zustimmung, doch nach den anfangs wenigen Fahrzeugen rollte am Samstag plötzlich eine ganze Kolonne in der Ortschaft ein. „Sie ließen sich in der Nähe des Kreisverkehrs, auf dem Grund der alten Ziegelei von Orsini Rosenberg nieder“, erzählt ein Anrainer, der lieber anonym bleiben möchte.

Die Nomaden siedelten sich in der Nähe des Kreisverkehrs an.  (Bild: zVg)
Die Nomaden siedelten sich in der Nähe des Kreisverkehrs an. 

„Es waren insgesamt mehr als 60 Wohnwagen mit verschiedensten Kennzeichen, von Belgien über Niederlande bis hin zu Deutschland. Sie haben alles zugemüllt“, so der Bürgermeister. 

Grünflächen als Toiletten benutzt
Doch nicht nur das, wie die Fotos einer Anrainerin, auf denen Exkremente und haufenweise Klopapier zu sehen sind, zeigen. Die Frau äußerte sich dazu empört: „Der Weg zum Bahnhof in Grafenstein wurde von denen anscheinend als Klo benutzt.“

Auf dem Weg zum Bahnhof lagen haufenweise Exkremente und Klopapier. (Bild: zVg)
Auf dem Weg zum Bahnhof lagen haufenweise Exkremente und Klopapier.
Grünflächen wurden als Toiletten benutzt. (Bild: zVg)
Grünflächen wurden als Toiletten benutzt.

Situation eskalierte schließlich
Bereits einen Tag, nachdem die Nomaden in der Ortschaft eingefallen waren, erreichte der Wirbel seinen Höhepunkt. „Am Sonntag eskalierte die Situation. Einige von ihnen waren mit ihren Sportwagen hier und sind mit diesen durch die Gegend gerast. Weshalb die Polizei auch mehrere Strafen ausgestellt hat“, schildert Deutschmann, der auch die Bezirkshauptmannschaft sowie den Amtsarzt wegen der Siedler kontaktiert hat. „Da es sich bei dem Grundstück aber um einen Privatbesitz handelt, sind ihnen die Hände gebunden. Sie können nur auf öffentlichem Grund eingreifen.“

Anfang der Woche reisten die Siedler schließlich aus Grafenstein ab und zogen in unbekannte Richtung weiter. „Sämtliche Hinterlassenschaften wurden mittlerweile entfernt und es wurde alles zusammengeräumt“, so der Gemeindechef. 

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