01.01.2008 11:19 |

Inserat im Teletext

Betrüger lockten mit "Silvester unter Palmen"

Silvester unter Palmen - ein Traum, der für viele Österreicher heuer zu einem Albtraum geworden ist. Über hundert "Urlauber" fielen auf eine Scheinfirma aus Wiener Neustadt (Niederösterreich) herein und standen mit Koffern, aber ohne Tickets, auf den Flughäfen. Von den vermeintlich seriösen Reiseunternehmern fehlt jede Spur.

Den heimischen Temperaturen und dem Silvestertrubel entkommen wollte der Wiener Josef H. (65). Eine Woche Antalya mit der ganzen Familie. Doch der Pensionist wartete - trotz bereits bezahlter Rechnung über 700 Euro - wochenlang vergeblich auf die Zusendung der Reisedokumente.

Nach mehr als 20 unbeantworteten Anrufen im "Reisebüro" in Wiener Neustadt wandte sich H. fünf Tage vor Abflug an die Polizei. Zu seiner Verwunderung kannten die Beamten seine Geschichte bereits - rund hundert weitere Opfer hatten sich gemeldet. Dutzende standen, anders als der 65-jährige Wiener, bereits mit den Koffern vor den Check-In-Schaltern - jedoch ohne auf einer Passagierliste zu stehen. Gesamtschaden: mehr als 100.000 Euro.

Opfer übt Kritik an ORF-Teletext
Als die Polizei die dubiosen Geschäftsleute - sie inserierten ihre Last-Minute-Reisen per ORF-Teletext - zur Rede stellen wollten, war das Büro bereits geräumt, die nun per internationalem Haftbefehl gesuchten Betrüger über alle Berge. "Ich verstehe nicht, wie der ORF solchen Betrügern eine Plattform bieten kann. Nur den Gewerbeschein zu kontrollieren ist zu wenig. Dabei gibt es doch einen Versicherungspool seriöser Reiseunternehmen, wo man sich absichern hätte können", so Josef H., der nun daheimblieb - ganz und gar ohne knallende Korken.

Von Klaus Loibnegger und Mark Perry, KronenZeitung

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