14.12.2007 22:09 |

Millionenschaden

Bande knackte 215 ÖBB-Fahrschein-Automaten

Seit fast zwei Jahren sind Bahnhöfe im Visier einer Verbrecherbande. 215 ÖBB-Fahrscheinautomaten wurden bisher geknackt oder aufgeschweißt (im Bild Aufnahmen einer Überwachungskamera). Schaden für die Bahn: mindestens drei Millionen Euro! Jetzt wurden 19 Verdächtige - großteils Rumänen - verhaftet.

Im März des vergangenen Jahres begann die Einbruchsserie bei Fahrscheinautomaten auf Bahnhöfen in Österreich. Außer in Vorarlberg schlugen die Täter in sonst jedem Bundesland zu. Bis dato wurden 215 geknackte oder aufgeschweißte Geräte (mehr als 85 Prozent in Wien und Niederösterreich) gezählt. ÖBB-Vorstandsdirektorin Gabriele Lutter und Sicherheitschef Gerhard Schiffauer bei einer Pressekonferenz über den Dächern Wiens im ÖBB-Turm zum Schaden: "Auch durch entgangene Fahrkartenverkäufe sind es mindestens drei Millionen Euro!"

19 Verdächtige geschnappt
Ermittler des NÖ-Landeskriminalamtes (Diebstahlsreferat) und des Kriminalkommissariates Süd konnten nun jedenfalls in Zusammenarbeit mit den Bundesbahnen einer Ostbande, die für einen Großteil der Coups verantwortlich gemacht wird, das Handwerk legen. 19 Verdächtige (auch ein Vater und sein Sohn) im Alter von erst 17 bis 46 Jahren wurden geschnappt, drei Komplizen werden noch per Haftbefehl gesucht. Bei den Tätern handelt es sich - bis auf einen Ungarn und einen Österreicher mit Migrationshintergrund - um vorbestrafte Rumänen. Alle kannten sich untereinander aus dem "kriminellen Geschäft".

Während der Beutezüge in Zügen genächtigt
Kurioses Detail: Während ihrer Beutezüge in Österreich schliefen die Verbrecher zumeist in über die Nacht auf Wiener Bahnhöfen abgestellten ÖBB-Personenzügen!

Während aus den Bargeldkassen der Geräte in den meisten Fällen kaum mehr als einige hundert Euro fehlten, war der Sachschaden durch das Aufbrechen oder Aufschweißen der Automatentür viel höher. "Die Bande war untereinander vernetzt und arbeitete immer in mehreren Gruppen von bis zu vier Mitgliedern", so Niederösterreichs Sicherheitsdirektor Franz Prucher. Zufrieden sind die Ermittlungschefs Oberst Mimra und Oberst Polzer: "Etwa 100 Straftaten sind bereits geklärt worden."

Von Christoph Budin, Kronen Zeitung

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