14.12.2007 10:59 |

Europarekord

Rogan schwimmt zu Gold über 200 m Rücken

Markus Rogan hat am Donnerstag bei der Kurzbahn-EM im ungarischen Debrecen mit einer sensationellen Leistung Gold über 200 m Rücken geholt. Der Wiener, der auf seiner Paradestrecke schon im Vorlauf am schnellsten war, legte im Finale noch zu und sicherte sich den Sieg. Die Siegerzeit von 1:49,86 Minuten bedeutet gleichzeitig neuen Europarekord. Seinen zwei Jahre alten österreichischen Rekord drückte Rogan um 57 Hundertstelsekunden. Glänzend schnitt auch Mirna Jukic als Vierte über 50 m Brust ab.

Vollmundig wie üblich hatte Rogan vor der Konkurrenz seinen Goldgewinn angekündigt und einen Europarekord für möglich gehalten - und beides traf am Donnerstag ein. Sein insgesamt Sieg war nie gefährdet, sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Russen Stanislaw Donets betrug 2,08 Sekunden.

Es ist Rogans vierter Kurzbahn-EM-Titel nach 200 m Rücken 2004 und 2005 sowie 200 m Lagen 2004 bzw. sein sechster EM-Titel gesamt. Ausgezeichnet hielt sich der Wiener Sebastian Stoss. In seinem ersten Finale steigerte sich der 21-Jährige gegenüber dem Vorlauf noch einmal um 1,01 Sekunden und belegte in 1:53,99 Rang sechs. Damit hat sich der Athlet der Eisenstädter Schwimmunion an diesem Tag über diese Strecke um 3,40 Sekunden verbessert.

Erstmals unter 1:50 Minuten
Rogans 1:49,86 Minuten sind Weltklasse. Damit schob sich der 25-Jährige im ewigen Ranking über seine Paradestrecke auf Rang zwei, nur US-Weltmeister Ryan Lochte hat mit 1:49,05 eine bessere Marke stehen. Den Europarekord hatte Rogan vor einem Jahr bei der EM in Helsinki an Arkadij Wjatschanin verloren, nun unterbot er die damalige Marke des Russen um 12/100. "Das ist mein erster Titel seit zwei Jahren", erklärte Rogan in einer ersten Reaktion. "Da muss ich ja stolz drauf sein."

"Bis zu 100 m war ich ein bisschen zu langsam und ich dachte überhaupt, dass es langsam war", sagte Rogan. "Aber sonst war es ganz lustig. Bei der WM (Anm.: im April in Manchester) hoffe ich auf stärkere Gegner. Ich kann nicht so gut allein schwimmen." In Manchester wird es zum Duell mit Lochte kommen, der Titelverteidiger wurde erst am Mittwoch vom US-Verband dafür nominiert.

Mirna Jukic verpasst im Brustsprint knapp EM-Bronze
Mirna Jukic hat am Donnerstag ihre erste internationale Medaille über 50 m Brust knapp verpasst. Die 21-jährige Wienerin wurde bei den Kurzbahn-Europameisterschaften wie schon 2004 in Wien Vierte. In 30,90 Sekunden verfehlte sie ihren ersten rund eineinhalb Stunden davor im Semifinale fixierten österreichischen Rekord von 30,77 um 13/100.

Der Sieg ging ex aequo an die erst 15-jährige Russin Julija Efimowa und die Deutsche Janne Schäfer in 30,33. Bronze holte die Deutsche Sarah Poewe in 30,80, Jukic fehlte also nur 1/10 auf ihren 14. internationale Medaillengewinn. Die Wienerin freute sich über ihre tollen Zeiten, nun ist sie sogar nur noch 87/100 vom Weltrekord entfernt. Der so nahen Medaille trauerte sie kaum nach. "Aber ich weiß noch immer nicht, wie ich es über 50 m richtig anlegen soll."

Koll mit österreichischem Rekord im Kraul-Finale
In eine neue Dimension stieß auch Dominik Koll vor. Der Linzer drückte seine ein Jahr alte Bestzeit über 400 m Kraul um 2,05 Sekunden auf 3:43,21 Minuten, erreichte damit mit diesem österreichischen Rekord als Siebenter seinen ersten EM-Endlauf auf der Kurzbahn. Zwei Heats davor war Kolls von der Vorjahres-EM in Helsinki stammende OSV-Bestzeit bereits von David Brandl unterboten worden, dessen 3:44,87 reichten aber "nur" für Rang elf. Koll nahm sich für den Endlauf eine weitere Steigerung vor, schränkte jedoch ein: "Bis 300 m ging es leicht, dann fällt es in mir aber ein."

Mate mit Kurzbahn-Rekord über 100 m Brust Elfter
Neo-Österreicher Hunor Mate hat am Donnerstag bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Debrecen für den bereits siebenten österreichischen Rekord gesorgt. Im Semifinale über 100 m Brust kam der 24-Jährige auf 59,59 Sekunden und verbesserte damit seine im Vorlauf aufgestellte OSV-Bestmarke um weitere 34/100. Der gebürtige Ungar belegte damit Gesamtrang elf, den Final-Einzug verpasste er um 48/100.

Koschischek bricht Draxlers Rekord
Das Erreichen des Finales schien für den 24-Jährigen aber ebenso schwierig wie für Koschischek über 100 m Kraul. Die 20-Jährige überraschte sich mit ihrer Zeit von 54,71 Sekunden selbst, verbesserte den aus dem April 2004 stammenden OSV-Rekord von Judith Draxler um 2/10. "Das hätte ich nicht erwartet. Zuletzt ist es nicht so gelaufen, ich bin ohne Motivation und Selbstvertrauen gewesen." Nun wollte sie im Semifinale aber nochmal Gas geben.

Pech für Dinko Jukic
Großes Pech hatte Dinko Jukic, der 18-Jährige verfehlte über 200 m Lagen sein erstes EM-Finale mit der Verbesserung seines OSV-Junioren-Rekords um 24/100 auf 1:59,06 Minuten nur um 1/100, wurde Neunter. Zeljko Jukic: "Die Rückenlage war ein wenig zu langsam." Sein Sohn fühlte aber zumindest seine Form bestätigt. So auch Nina Dittrich über 200 m Delfin. In 2:11,15 gab sie als Neunte wieder einmal ein größeres Lebenszeichen von sich.

Erwartet nur Nebenrollen spielten Maxim Podoprigora und Dominik Dür. "Podo" sah seinen 100-m-Brust-Lauf von 1:00,99 bzw. Platz 27 aber als gutes Einschwimmen für die 200-m-Strecke am Sonntag. Und Dür konnte sich über 200 m Lagen in 2:00,60 Minuten nicht voll ausgeben. "Ich hätte noch einmal 200 m schwimmen können", erklärte der 21-Jährige.

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