07.12.2007 21:50 |

Folter-Videos?

CIA vernichtete Videos von Terroristen-Verhören

Der US-Geheimdienst CIA hat einem Bericht der "New York Times" zufolge mehrere Videoaufnahmen von Verhören mutmaßlicher Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida vernichtet. Mindestens zwei Videobänder, auf denen die Anwendung scharfer Verhörmethoden gegen Terror-Verdächtige im Jahr 2002 zu sehen war, seien 2005 zerstört worden, berichtete das Blatt unter Berufung auf amtierende und ehemalige Mitarbeiter der US-Regierung. Der Verdacht liegt nahe, dass Foltermethoden vertuscht werden sollten, die CIA will mit der Video-Vernichtung aber nur verdeckte Ermittler und deren Familien geschützt haben.

Grund für die Vernichtung des Materials waren demnach Befürchtungen, dass die "rauen Verhörmethoden" in den Videos Geheimdienstmitarbeiter "rechtlichen Problemen aussetzen" könnten. Ein weiterer Grund sei gewesen, dass man die Geheimagenten und ihre Familien vor eventuellen Racheakten schützen wollte.

CIA-Chef Michael Hayden erklärte am Donnerstag, die Entscheidung sei innerhalb der CIA zum Schutz von verdeckten Ermittlern gefallen. Die Bänder hätten zudem für die Ermittlungen keinen Wert mehr gehabt.

Sollten der Justiz Informationen vorenthalten werden?
Die Zerstörung der Videos werfe Fragen auf, ob damit dem US-Kongress und der Justiz Informationen vorenthalten werden sollten, hieß es in dem Bericht weiter. Die "New York Times" hatte im Oktober berichtet, Hayden habe eine Untersuchung der Arbeit des internen Generalinspekteurs der CIA, John Helgerson, angeordnet, nachdem dieser Berichten über Folter in CIA-Verhören nachgegangen war. Helgerson hatte zuvor einen Bericht über die Versäumnisse der US-Geheimdienste im Vorfeld der Terror-Anschläge vom 11. September 2001 vorgelegt und damit zahlreiche Geheimdienst-Mitarbeiter verärgert.

Bush erinnert sich nicht an Vernichtung
US-Präsident George W. Bush kann sich nicht erinnern, jemals über die die Existenz oder die Vernichtung von Videomaterial über die Verhöre mutmaßlicher Terroristen informiert worden zu sein. Das teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Freitag in Washington mit. Vollkommen ausschließen wollte Perino eine Beteiligung der Präsidentschaft an dem Vorgang jedoch nicht.

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