06.12.2007 16:26 |

Tödliche Probefahrt

15-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

Ein gerichtliches Nachspiel hat am Donnerstagnachmittag am Landesgericht Salzburg die Spritztour eines 14-jährigen Salzburgers gehabt, die am Ostersonntag im burgenländischen Mogersdorf ein Todesopfer forderte: Als seine Verwandten auf der Terrasse eines Hauses saßen, raste der Jugendliche mit einem automatikbetriebenen BMW in die Menschengruppe. Seine 73-jährige Großmutter kam ums Leben, drei weitere Personen wurden verletzt. Der inzwischen 15-Jährige erhielt einen Schuldspruch unter Vorbehalt einer Strafe, und zwar für eine Probezeit von zwei Jahren. Sein Vater und der 45-jährige Autobesitzer kamen mit einer bedingten Freiheitsstrafe in der Höhe von zwei Monaten davon. Die Urteile sind bereits rechtskräftig.

Der Richter begründete die milden Urteile damit, dass die Beschuldigten durch den tragischen Ausgang des Unfalles ohnehin schon "sehr gestraft" worden seien. Der 47-Jährige habe dabei seine Mutter verloren, die ja die Großmutter des 14-Jährigen gewesen sei. Der Wageninhaber aus Wien "war ein Freund der Familie." Die bisher unbescholtenen Beschuldigten hätten sich zudem geständig gezeigt.

Bei den beiden Erwachsenen ist der Zusatz "besonders gefährliche Verhältnisse" und das Vergehen der Gefährdung der körperlichen Sicherheit nicht zum Tragen gekommen. "Sie haben aufgrund der Vorkenntnisse des 14-Jährigen und wegen anderer Umstände nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Unfall rechnen können", erläuterte der Richter.

Jugendlicher wollte mit Fahrkünsten beeindrucken
Der Teenager wurde hingegen zur Gänze im Sinne des Strafantrages verurteilt. Eine "Gefahrenerhöhung" habe deshalb bestanden, "weil er auf diese Personengruppe zugefahren ist und den Verwandten zeigen wollte, wie gut er Autofahren kann", sagte Hattinger.

Bremse mit Gaspedal verwechselt
Zu dem tragischen Unfall war es gekommen, als der 14-Jährige bei der Hofeinfahrt des Grundstückes, rund zwölf Meter von der Terrasse entfernt, die Bremse mit dem Gaspedal verwechselte. Der Teenager raste auf die Gruppe zu, die sich im Innenhof zu der Familienfeier versammelt hatte, so die Staatsanwaltschaft. Nachdem das Auto die Personen erfasst hatte, prallte es gegen eine 80 Zentimeter hohe Mauer.

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