04.12.2007 10:40 |

Jahresbilanz

2007 brachte weniger Hurrikans als erwartet

Am Samstag ist die Hurrikan-Saison offiziell zu Ende gegangen. Die Vorhersagen der Wissenschaftler, wonach 2007 mindestens 17 Wirbelstürme die Karibikregion und die Südstaaten der USA treffen würden, haben sich nicht bewahrheitet, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic. Nun fürchten die Forscher in Zukunft nicht mehr ernst genommen zu werden, denn auch 2006 irrten sie sich über die Zahl und die Intensität der Stürme.

„Wir fürchten, dass die Öffentlichkeit das Vertrauen nun auch bei einzelnen Sturmwarnungen verlieren könnte“, meint Max Mayfield, Hurrikan-Spezialist und ehemaliger Direktor des National Hurricane Center in Miami. Statt der 17 vorhergesagten Wirbelstürme gab es zwischen dem 1. Juni und dem 1. Dezember insgesamt „nur“ 14. Der tropische Sturm Andrea wurde nicht miteingerechnet, da dieser drei Wochen vor dem Beginn der Hurrikan-Saison war. „Zwei sehr heftige Hurrikans gab es in diesem Jahr allerdings schon. Dean im August und Felix, der im September katastrophale Zerstörungen in Mexiko anrichtete“, so Mayfield.

Viele kleinere Stürme
„Die Anfangs-Bedingungen in diesem Jahr ließen jedoch keinen Zweifel daran, dass es ein sehr aktives Hurrikanjahr werden würde, meint Mayfield. Erstaunlich war zum Beispiel auch, dass sich die drei Stürme Ingrid, Jerry und Karen, die praktisch am Höhepunkt der Hurrikan-Saison da waren, sich nicht zu starken Wirbelstürmen entwickelten.“ Der Meteorologe Phil Klotzbach, der die Sturmvorhersage für Colorado macht, erklärt die Situation mit Beispielen.

„Diese Saison war deshalb von geringerer Sturmintensität gekennzeichnet, weil die Oberflächentemperaturen im tropischen Atlantik nicht so warm waren wie im Juni. Zudem haben höhere Winde über dem Atlantik dafür gesorgt, dass sich die Stürme nicht intensivieren konnten.“ Staubwolken aus Afrika haben dafür gesorgt, dass das Sonnenlicht das Oberflächenwasser im Atlantik nicht so aufheizen konnte.

Schutzschild vor Hurrikans aus Saharastaub
„Verschiedene Studien belegen diese Annahme“, erklärt die Ozeanographin Eva Bauer vom Potsdam Institut für Klimaforschung. Demnach wirken „große Mengen an Saharastaub über dem tropischen Atlantik wie ein Spiegel für das Sonnenlicht und führen zu einer Reduktion der Erwärmung", erklärt die Forscherin. Die Meereserwärmung sei eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Entstehung von Wirbelstürmen.

„Die Entstehung von derart starken Ereignissen wie etwa Hurrikans hängt aber auch mit der vertikalen Temperaturverteilung der Atmosphäre zusammen. Diese wiederum wird von den atmosphärischen Vorgängen mitbestimmt“, erklärt die Forscherin. „Daher ist die Entstehung von Hurrikans auch von der Windscherung abhängig.“

Das Forscherteam von Klotzbach will nun auch den Faktor Staub in die Hurrikan-Berechnung miteinwirken lassen. Die langfristige saisonale Hurrikan-Vorhersage sei eben immer noch eine sich entwickelnde Wissenschaft, argumentiert Klotzbach gegenüber National Geographic. Trotz der Ungenauigkeit der jüngsten Vorhersage, sehen Notfallprogramm-Manager in den Instrumenten eine Notwendigkeit.

„Einige Menschen mögen diese nicht, weil sie sagen, dass sie eine unnötige Hysterie erzeugen“, meint Hans Wagner, Vizepräsident von Early Alert, einem Disaster Management Unternehmen in Tampa/Florida.

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