02.07.2003 13:06 |

"Becks"-Mania

David Beckhams erster Auftritt in Madrid

Die "Becks-Show" hat begonnen. Real Madrids neuer Superstar David Beckham ist zwei Wochen nach seiner Verpflichtung am Dienstag in der spanischen Hauptstadt eingetroffen und unterzeichnete am Abend im Bernabeu-Stadion einen Vierjahresvertrag im Beisein von Real-Präsident Florentino Perez. Er sei glücklich, nun zum "spanischen Kraftwerk" zu gehören, sagte er nach dem offiziellen Akt.
Schon die Ankunft des 28-jährigen Engländersmit seiner Frau und Ex-Spice Girl Victoria Adams sprengte allesbisher da gewesene: Wie Staatsgäste landeten sie in ihremPrivatjet auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón deArdóz bei Madrid, wo zig Journalisten und Schaulustigewarteten. Selbst die Regierung wurde über ihr Eintreffenauf dem Laufenden gehalten - und die Fernsehsender unterbrachenihr Programm, um live zu berichten.
 
Abgang in verdunkelter Limousine
Ein kurzes Lächeln, dann wurde der bisherige"ManU"-Star, passend zum Real-Dress, in eine blütenweißeJacke gekleidet - von einem Tross privater Leibwächter undPolizisten zu einem Wagen mit verdunkelten Scheiben geleitet.Mit Sirenengeheul ging es dann im Eiltempo über die Autobahnzur obligatorischen ärztlichen Untersuchung in eine Privatklinik.Dort wurde eigens eine englische Flagge gehisst. Patienten undPersonal staunten nicht schlecht, als er in einen für ihnreservierten Saal zu Reals Chefarzt Alfonso del Corral geführtwurde. "Bienvenido Mr. Beckham", lautete die Schlagzeile auf derTitelseite des Sportblatts "Marca", das am Klinik-Kiosk aushing.
 
2 Milliarden TV-Zuseher bei der Präsentation
Den wahren Medienrummel gab es aber erst bei derPräsentation am Mittwoch. Denn 520 Journalisten aus allerWelt waren akkreditiert, etwa 20 TV-Sender berichteten live. Rundzwei Milliarden Fernsehzuschauer - ein Drittel der Weltbevölkerung- werden miterleben können, wenn "Becks" sich erstmals dasReal-Trikot überstreift. Da kann selbst die Oscar-Verleihungin Hollywood nicht mithalten. Die Vorstellung findet nicht zufälligmittags statt: Zu dieser Zeit ist in Asien "Prime time" - unddort hat der frühere Star von Manchester United die meistenFans. Die "Paparazzi" müssen indes draußen bleiben:600 Klatsch-Reportern wurde die Akkreditierung verweigert. "Wirwollen doch keinen Zirkus", hieß es bei dem Verein.
 
Doch das ganze Spektakel zeigt, dass bei den "Königlichen"eine neue Ära angebrochen ist: Zwar werden auch künftigdie Siege zählen, doch ebenso wichtig sind Show und Kommerz- die Kasse soll nämlich kräftig klingeln. "Das Zeitalterdes Fußballs in Disneyland-Version hat begonnen", meintedie Zeitung "El País". Kritiker sehen mit der Verpflichtungdes "Spice Boy" den Anfang einer Verquickung von Sport und Werbung,wie sie bislang nur aus den USA bekannt war.
 
Ob Beckham ein guter oder nur ein mittelmäßigerFußballer ist, spielt nur noch eine Nebenrolle. Viel wichtigerist, wie viel er verkauft. Denn Beckham ist ein Markenprodukt,mit dem Reals gewiefter Präsident Florentino Pérezdie Märkte in Japan, China, den USA und Großbritannienerobern will. Nicht umsonst führt Reals Sommer-Tournee denVerein im Juli nach Asien.
 
Ronaldo, Zidane & Co verblassen
Zwar sind auch Real-Stars wie Ronaldo, Zidane, Figooder Raúl einträgliche Werbeträger. Doch an dieZahlen Beckhams kommt keiner von ihnen heran. Allein der Verkaufvon Trikots mit seinem Schriftzug wird den "Königlichen"in den kommenden drei Jahren geschätzte 140 Millionen Euroeinbringen - das Vierfache der gezahlten Ablösesumme. Undauch die sechs Millionen Euro, die der 28-Jährige in Madridjährlich verdienen wird, sind dagegen "peanuts", schließlichhat sich Real die Hälfte der Einnahmen aus Beckhams millionenschwerenWerbeverträgen gesichert.
 
Beckham bekommt die 23
Bei der Präsentation wurde Beckham auch seinReal-"Leiberl" für die kommende Saison überreicht. "Becks"wird mit der Nummer 23 auflaufen - mit der selben Nummer hattejahrelang US-Superstar Michael Jordan Körbe für dieChicago Bulls geworfen.
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