Mo, 19. November 2018

BAWAG-Prozess

29.10.2007 21:58

Wirbel um Elsners Millionen-Pension

Die 6,8-Millionen-Pensionsabfindung des ehemaligen BAWAG-Generals Helmut Elsner stand am 43. Prozesstag im Mittelpunkt. Der von der Schweigepflicht entbundene Steuerberater Elsners ließ aufhorchen: Sie hätte auch doppelt so hoch ausfallen können, hätte man ein anderes Jahr zur Berechnung herangezogen...
Die Details liegen im Dienstvertrag Elsners begraben. Denn dort steht geschrieben, dass Berechnungsbasis das "vergangene Jahr" sei. Also das letzte abgeschlossene Jahr. Elsner ließ sich seinen Anspruch im November des Jahres 2000 ausrechnen. Doch zu diesem Zeitpunkt wusste er schon vom Totalverlust von 1,4 Milliarden.

Basis wäre laut Vertrag das Jahr 1999 gewesen. Und da hätte die Abfindung gleich einmal 12,2 Millionen betragen! Steuerberater Gerhard Nidetzky: "Das war aber ein ausgerissenes Jahr, in dem hohe Prämien anfielen." Prämien, die jedoch laut Dienstvertrag eigentlich nicht einberechnet werden durften...

Vom Aufsichtsrat abgesegnet wurde der Jahresbezug 2000 als Basis, tatsächlich berechnet aber das Salär 2001, das zuvor noch erklecklich erhöht worden war. Wie das? Nidetzky: "Dazu kann ich nichts sagen." Das konnte jedoch Ex-Aufsichtsratspräsident Weninger mit Empörung: "Hier ist eindeutig etwas anderes durchgeführt worden als vereinbart war!"

Elsner selbst sieht einmal mehr keine Schuld bei sich: "Ich hab's nicht beschlossen, und es muss dafür ja einen Beschluss geben..."

Von Gabriela Gödel

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