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29.10.2007 12:41

Chef kann vom Gehalt seiner Arbeiter nicht leben

Ein interessantes Experiment hat der italienische Nudelfabrikant Enzo Rossi in Ascoli gewagt: Einen Monat lang wollte er laut "ARD" mit dem Gehalt auskommen, das er seinen Arbeitern zahlt. Bereits Mitte des Monats war der Unternehmer allerdings pleite. Nun zieht Rossi Konsequenzen aus dem gescheiterten Experiment: Er erhöhte kurzerhand die Löhne seiner Mitarbeiter.

Der Inhaber der mittelitalienischen Nudelfirma "La Campofilone" ärgerte sich über die Unbescheidenheit seiner halbwüchsigen Töchter. Mit einem Experiment wollte er seinen Kindern klarmachen, wie sich Normalverdiener einschränken müssen, um über die Runden zu kommen. Seine Idee setzte Rossi schließlich tatsächlich in die Tat um - allerdings mit mäßigem Erfolg: "Ungefähr am 20. des Monats war unser Experiment gescheitert. Obwohl wir sparsam waren, sind wir in der dritten Woche mit unseren Finanzen faktisch am Ende gewesen", erzählt der Nudelfabrikant.

Dabei war Rossi optimistisch in den Budget-Versuch gestartet, hatte sich selbst und seiner Frau mit 1.000 Euro netto nur den durchschnittlichen Lohn eines Fabriksarbeiters zugestanden. Eingekauft wurde in billigen Supermärkten, den Kindern nur ein neues Kleidungsstück zugestanden - und ein einziges Mal leistete sich die Familie eine Pizza in einem Restaurant. Vergebliche Mühe - ein geplanter Kinobesuch musste ins Wasser fallen, weil zuerst die Raten für das Haus und andere Fixkosten beglichen werden mussten.

Beschäftigte erhalten ab nächstem Jahr 200 Euro mehr
Als Gewinner gehen nun Rossis Angestellte aus dem Experiment hervor. Sie hatten die Versuche ihres Chefs skeptisch beobachtet und anfangs gar nicht geglaubt, dass er es mit seinem Vorhaben wirklich ernst meint. Rossi selbst zog Konsequenzen aus dem "Probemonat": Ab Anfang kommenden Jahres erhält jeder Beschäftigte bei "La Campofilone" um 200 Euro mehr Lohn aufs Konto überwiesen.

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