Fr, 19. Oktober 2018

Brook im Posthof

25.10.2007 20:44

Kammerspiel mit großem Thema

Ein großer Theaterabend war angekündigt: Regiestar Peter Brook hat ein großes Werk der Weltliteratur, Fjodor Dostojewskis „The Grand Inquisitor“, auf die Bühne gestellt. Dem erwartungsvollen Publikum im Linzer Posthof wurde ein 50-Minuten-Monolog serviert. Viel Applaus, aber auch gemischte Gefühle.

Der große Theaterabend als feines Kammerspiel: Eine schwarze Bühne bot Schauspieler Bruce Myers, ebenfalls ganz in Schwarz, Raum für seinen Großinquisitor. Brook und Myers verlassen sich ganz auf die Wirkung des Textes aus Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“. Dabei sind es die (zu) sparsam eingesetzten Gesten, Modulationen der Stimme und eindringlichen Blicke, die den Abend ausmachen.

Der Großinquisitor hat Jesus verhaften lassen, der im 16. Jahrhundert auf die Erde zurückgekehrt ist. Jetzt rechnet er mit ihm ab, rechtfertigt die Entwicklung der Kirche - und warum Jesus „mehr als alle unseren Scheiterhaufen verdient hat“. In diesem Spiel um Glaube und Macht hockt Jesus (Joachim Zuber de Vivero) stumm in einer Bühnenecke. Erst am Ende steht er auf, küsst den Großinquisitor, dieser öffnet die Kerkertür…

All dem folgte man 50 Minuten lang konzentriert. Störend, aber auch hilfreich, die deutsche Übersetzung zur englischsprachigen Aufführung, die über der Bühne eingeblendet wurde. Das Publikum zollte mit dem lang anhaltenden Applaus auch dem großen Namen des Regisseurs Tribut. Der große Verdienst lag aber beim Posthof-Team, das solche Aufführungen nach Linz holt.












Foto: Tristam Kenton

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