Do, 21. Juni 2018

Einzigartiger Fund

25.10.2007 10:49

Größte Mosaikfußböden Tirols gefunden

Archäologen der Universität Innsbruck haben in Osttirol eine römische Prunkvilla mit den vermutlich größten Mosaikfußböden Tirols gefunden. Die Überreste des 1.800 Jahre alten Bauwerkes befinden sich nach Angaben vom Donnerstag in Nußdorf-Debant bei Lienz.

Aufmerksam waren die Archäologen auf den Platz durch eine alte lateinische Handschrift geworden. Darin berichtete der als "Vater der Archäologie in Tirol" bekannte Anton Roschmann, dass er im Jahre 1746 bei Ausgrabungen auf Überreste aus römischer Zeit gestoßen sei. Auf Basis dieses Textes begaben sich die Wissenschaftler dann auf die Suche nach diesem mittlerweile völlig in Vergessenheit geratenen alten Fundplatz.

Schon im Herbst 2006 konnte aufgrund oberflächig gemachter Funde wie kleiner Mosaiksteinchen der mögliche Standort näher eingegrenzt werden, aber erst eine in diesem Sommer durchgeführte Georadarmessung, bei der im Boden verborgene Strukturen von Mauern erfasst werden können, brachte endgültige Gewissheit. In der Flur Gline am Rand von Nußdorf zeigten sich eindeutige Überreste von mehreren Gebäuden.

Bunter Prunkbau auf 300 Quadratmetern Fläche
Insgesamt konnten während der dreiwöchigen Grabungskampagne im Oktober auf einer Fläche von nahezu 300 Quadratmetern mehrere Räume eines Gebäudes aus der Römerzeit freigelegt werden. Zum einen zeigten sich die Mauern zum Teil noch in 1,5 Metern Originalhöhe erhalten, zum anderen habe die Ausstattung des Gebäudes überrascht.

"In drei der fünf bisher ergrabenen Räume fanden sich großflächige römische Mosaikfußböden aus tausenden teilweise nur fünf mal fünf Millimeter kleinen Steinchen, die in dieser Erhaltung und Dimension bisher einzigartig in ganz Tirol sind", erklärte Grabungsleiter Florian Müller. Neben geometrischen Mustern waren sie vor allem mit aus Rauten gebildeten Kreuzen geschmückt. Auch waren die Wände der Räume flächig mit bunter Wandmalerei versehen, jeder Raum in anderen Farben.

Räume mit Fußboden- und Wandheizung ausgestattet
Ein Teil der Räume war zudem mit einer Fußboden- und Wandheizung ausgestattet. Die Mosaike dürften deshalb so gut erhalten sein, weil ein Teil der darunter liegenden Gewölbe der Fußbodenheizungen nicht wie üblicherweise eingestürzt war, sondern sich hier zum Teil noch komplett erhalten hat. Diese kleinen Gewölbe waren im 18. Jahrhundert ursprünglich für die Behausungen von Zwergen gehalten worden und führten damals in der Bevölkerung zur Bezeichnung "Zwergenstadt" und zum Entstehen einer der bekanntesten Sagen in Osttirol.

Symbolbild

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