22.06.2003 16:11 |

Schwierige Therapie

HIV immer resistenter gegen Medikamente

Wegen unsachgemäßem Gebrauch von Aids-Medikamenten kann der HI-Virus immer mehr Resistenzen entwickeln. Davon betroffen sind vor allem Afrika und Asien.
Die unkontrollierte Einnahme von Aids-Medikamentenführt besonders in den Entwicklungsländern dazu, dassder HI-Virus resistente Stämme bildet. Zu diesem Ergebniskommen Forscher in einer Studie der London School of Hygiene andTropical Medicine.
 
Tabletten aus dem Supermarkt
Demnach begünstigt besonders die unsachgemäßeEinnahme und Dosierung etablierter anti-viraler Arzneimittel inafrikanischen und asiatischen Ländern Anpassung und Weiterentwicklungdes HI-Virus. Die Verbreitung der Medikamente unterliegt dorthäufig keiner staatlichen Kontrolle. Aids-Kranke, die essich leisten können, kaufen deshalb ihre Tabletten und Spritzenin Supermärkten, von schlecht informierten Ärzten oderlassen sie sich von Verwandten in den Industrieländern zuschicken.
 
Keine korrekte Dosierung
"Auf diese Weise werden die Medikamente meistensnicht korrekt eingenommen", so der Autor der Studie, Ruairi Brugha,zur BBC. "Monotherapie zum Beispiel, die Behandlung mit nur einemMittel, ist eine schlechte Methode. Genau das wird aber in Simbabweund Uganda praktiziert, und in anderen Ländern ebenso."
 
Ebenso häufig käme es vor, dass Patientenständig die Arznei wechselten, sie falsch dosierten oderzum falschen Zeitpunkt mit der Behandlung aufhörten, so Brugha.Das seien die idealen Bedingungen für das Aids-Virus, Resistenzenzu entwickeln.
 
Auch in westlichen Ländern gäbe es immermehr resistente Viren-Stämme. Brugha ruft deren Regierungenin der Studie auf, dieses Problem ernster zu nehmen. Auch einSprecher der Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAids)sprach gegenüber der BBC von einem "ernstzunehmenden Problem".
Donnerstag, 06. Mai 2021
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