Fr, 22. Juni 2018

Ja zu Neutralität

18.10.2007 20:52

75 Prozent sagen: Hände weg von der Neutralität

Seit Abschluss des Staatsvertrages 1955, seit also Österreich von den Alliierten nicht mehr besetzt, sondern wieder ein freies Land ist, ist der Wunsch der Bevölkerung nach der Neutralität besonders stark ausgeprägt. Derzeit sagen laut einer IMAS-Exklusiv-Umfrage für die "Krone" rekordverdächtige 75% der Bevölkerung, die Neutralität müsse auf alle Fälle beibehalten werden.

Dass demnach also drei von vier Österreichern "Ja" zur Neutralität sagen, hängt direkt mit der großen Skepsis der Österreicher gegenüber der EU zusammen. Es wird, laut IMAS-Studie, nämlich befürchtet, dass "in der EU "österreichische Traditionen und Eigenheiten" wie eben die Neutralität verloren gehen könnten.

Den absoluten Rekordwert erreichte die Zustimmung der Bevölkerung zur Neutralität Österreichs mit 80% übrigens im Jahr 1995. Das war das Jahr nach der Volksabstimmung über den EU-Beitritt, als wir gerade erst neu in die EU aufgenommen worden sind. Schon damals hatten also die Österreicher ein feines Gspür dafür, dass österreichische Eigenheiten wie die Neutralität eines Tages bedroht sein könnten.

Apropos Bedrohung österreichischer Traditionen:

  • Neun von zehn Österreichern, halten es laut IMAS-Untersuchung für "ziemlich wichtig", dass in der EU unsere Sitten, Traditionen und kulturelle Eigenheiten erhalten bleiben.
     
  • Für 87% der Bevölkerung ist die Vorstellung, dass Österreich eines Tages nicht mehr als eigener Staat existieren könnte, ein Gräuel. Nicht überraschend ist, dass sich die Grünen am ehesten mit dieser Situation abfinden könnten.

Was den neuen EU-Vertrag betrifft, um den es seit gestern, Donnerstag, in Lissabon geht, so wird er vom dienstältesten EU-Parlamentarier Jens Bonde aus Dänemark in der Luft zerissen. Bei Nadia Weiss sagt Bonde: "Ich glaube, ich bin der Einzige, der das gelesen hat, und da widerspricht sich einfach alles, es fehlt die Logik. Kein Außenminister eines Landes kann damit arbeiten..."

Von Peter Gnam, Kronen Zeitung

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