Schüchternheit ist eine Eigenart, die sich nach Erkenntnissen von US-Psychologen durchs Leben zieht. Menschen, die schon als Zweijährige eher zurückhaltend reagieren, tasteten sich in einer Studie auch als Erwachsene noch vorsichtiger an neue Situationen heran.
Der Ausschlag für die unterschiedlichenTemperamente ist nach Meinung der Forscher vor allem in der Aktivitätder Amygdala begründet. Diese mandelförmige Hirnstrukturwird mit Gefühlen und Abenteuerlust in Verbindung gebracht.
Bei schüchternen Menschen ist die Amygdaladeutlich aktiver als bei Abenteurern, fand das US-Team bei Aufnahmenmit der funktionalen Kernspintomographie (fMRI). Die Ergebnissestellen Carl Schwartz von der Harvard Universität (Boston) vor. "Wir haben entdeckt, dass individuelle Unterschiede im Temperamentmit anhaltenden Unterschieden in der Amygdala-Aktivität einhergehen",sagt Schwartz. Daran hätten auch 20 Jahre unterschiedlicherLebenserfahrung nichts geändert.
Das Team hatte bereits vor knapp 20 Jahren eineGruppe von Kindern im Alter von etwa zwei Jahren ausgewählt,die sie als "gehemmt" oder als "nicht gehemmt" kategorisierten.Ihr Verhalten wurde wieder begutachtet, als sie ein Alter vonetwa 13 Jahren erreicht hatten. Jetzt untersuchten die US-Forscherdie inzwischen über 20-Jährigen im Kernspintomographen,während sie ihnen Fotos von bekannten und unbekannten Gesichternvor Augen führten.
Dabei zeigte sich, dass jene Teilnehmer, die schonfrüher als "gehemmt" eingestuft worden waren, weiterhin stärkerauf neue Gesichter reagierten - durch erhöhte Aktivitätin der Amygdala.
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