Mo, 25. Juni 2018

Herzkatheter fehlen

14.10.2007 20:24

Schlechtere Überlebenschancen für 340.000 in OÖ

340.000 Oberösterreicher leben außerhalb der Reichweite eines rettenden Herzkatheterlabors - und damit um 20 Prozent gefährlicher als in sicherer Nähe von Linz und Wels, wo alle acht oberösterreichischen Angiografie-Tische stehen. Nun fordern auch die Rieder Barmherzigen Schwestern solche Geräte, die den Landesspitälern Steyr und Vöcklabruck unbarmherzig verweigert werden.

Da halfen auch 12.000 Unterschriften nichts, die besorgte Ärzte bei beunruhigten Patienten im Salzkammergut gesammelt hatten, einem der weißen Flecken auf der Koronar-Katheter-Landkarte: Auch in der Pyhrn-Eisenwurzen-Region haben viele Akut-Infarkt-Patienten wenig Chancen, innerhalb einer Stunde auf dem rettenden Angiografie-Tisch zu landen.

Wo so eine 3-Millionen-Euro-Investition noch fehlt, gibt´s auch weniger Prophylaxe - und damit eine doppelt so hohe Akut-Infarkt-Mortalität als im Raum Linz-Wels: 202 Todesopfer waren´s im Vorjahr allein in den beiden Bezirken Steyr und Kirchdorf, 1036 in ganz Oberösterreich. Insgesamt erlagen 5233 Landsleute Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es könnten um einige weniger werden, wenn das bayerische Simbach vom Innviertler Braunau demnächst Angiografie-Patienten übernimmt. Und die Sterblichkeitsrate wird noch mehr sinken, wenn acht Fachärzte für zwei Herzkatheterabteilungen in Steyr und Vöcklabruck genehmigt werden, was schwarzgrünblaue Landespolitiker mit 5:2 Stimmen abgelehnt haben. Was sie zwar verzögern, aber nicht verhindern können: Ein Landtags-Unterausschuss setzt nun drei Arbeitskreise ein, die bis zum Frühjahr noch einmal die Fallzahlen, die Standortfragen und eine Art Ferndiagnostik zwischen den Herzzentren und den Notarztwagen untersuchen. Der Konkurrenzneid und die Finanzierbarkeit sind nun offiziell keine Diskussionsthemen mehr.

 

 

 

Symbolfoto: Klemens Groh

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