Fr, 22. Juni 2018

Drohendes Chaos

13.10.2007 17:26

Ärzte bereiten sich weiter auf einen Streik vor

Am 8. November wollen Österreichs Ärzte mit Ordination streiken. ÖVP-Gesundheitsministerin Kdolsky lässt es anscheinend darauf ankommen: Derzeit gebe es keinen Gesprächstermin mit Kdolsky zum Thema Ärztestreik, erklärte der Obmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte, Günter Wawrosky. Man sei aber zum Dialog bereit. „Natürlich gibt es eine Verhandlungsebene“ und wenn es zu Adaptierungen komme, werde man den Protest mit Ordinationsschließungen überdenken.

Bei der samstägigen Sitzung der Kurie – nicht zu verwechseln mit der Ärztekammer – sei es aber darum gegangen, die Vorbereitungen der Information an die Kollegenschaft abzuklären. Jedenfalls werde am 8. November ein Streik stattfinden. Konkret dürfte es sich bei der Streikform um Bezirksärzteversammlungen handeln.

Wichtig werde es auch sein, die Botschaft der Ärzte an die Patienten weiter zu geben. Die Kollegen würden mittels Folder und Plakaten informiert. Laut einer Umfrage in einer Medizinerfachzeitschrift würden 96 Prozent der Ärzte in den Ordinationen die angekündigten Protestmaßnahmen mittragen.

Kdolsky zeigt „unverständlich“
Ihr „Unverständnis“ für die Aufrechterhaltung der Streikdrohung durch die Ärzte deponierte Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky bereits am Donnerstag in der „ZiB 2“. Den Vorwurf der Ärzte, sie strebe eine „Verstaatlichung“ des Gesundheitssystems auch hinsichtlich z.B. der Vergabe von Kassenverträgen an, wies Kdolsky zurück. „Es geht nicht um die Verstaatlichung des Systems“ und auch nicht darum, „einzugreifen“ - sondern bei der Gesundheitsreform gehe es darum, dass künftig alle Beteiligten gemeinsam das Gesundheitssystem planen und steuern. Gemeinsam heiße nicht, dass das Ministerium allein entscheide - aber „gemeinsam heißt auch nicht, die Ärzte allein“.

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