Do, 21. Juni 2018

Mord aus Eifersucht

12.10.2007 07:26

Ehemann erschießt "Nebenbuhler" auf Straße

Hinterhältiger Eifersuchtsmord auf offener Straße: Ein Türke hat Mittwochabend im niederösterreichischen Wimpassing einen Landsmann erschossen und ihm anschließend mit einem Messer den Penis abgetrennt. Der Täter war - vermutlich irrtümlicherweise - davon überzeugt, dass das Opfer ein Verhältnis mit seiner Frau hatte.

Der 76-jährige Täter aus dem Bezirk Neunkirchen hat seinem Opfer kurz nach 22.00 Uhr an einer Bushaltestelle aufgelauert. Der 58-Jährige ist auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz gewesen - und dabei völlig ahnungslos in die Falle gelaufen. Der 76-Jährige schoss dem vermeintlichen Nebenbuhler mit einem Schrotgewehr in den Rücken, der 58-Jährige sackte sofort zu Boden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Nach dem Schuss wollte der Täter anscheinend aller Welt klarmachen, was sein Opfer verbrochen hatte. Mit einem mitgebrachten Küchenmesser trennte er dem 58-Jährigen den Penis ab und legte ihn neben die Leiche.

Flucht in ein Wohnhaus
Nach der Tat flüchtete der Schütze in ein Wohnhaus. In der Zwischenzeit alarmierten Zeugen die Polizei. Die Exekutivbeamten umstellten wenig später das Gebäude und bereiteten sich darauf vor, das Haus zu stürmen. Kurz darauf kam 76-Jährige jedoch freiwillig auf die Straße. "Er ließ sich widerstandslos festnehmen", so Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich.

Der Mann übergab den Beamten die Waffe und zeigte ihnen das Klappmesser, das er im Zuge der Flucht bei der Haltestelle weggeworfen hatte. Die Schrotflinte hatte der 76-Jährige vergangene Woche in einem Waffengeschäft bestellt, Mittwochabend gegen 18.00 Uhr holte er sie ab.

"Verdächtig gelächelt"
Der 76-Jährige wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Er zeigte sich geständig und meinte, dass er den Eindruck gehabt hat, seine 67-jährige Ehefrau habe seit 20 Jahren ein Verhältnis mit dem Opfer gehabt - denn der 58-Jährige hat seine Frau höchst verdächtig angelächelt. Nach den Aussagen des Schützen hat er den Mann bereits vor zehn Jahren darauf angeredet, der hätte aber damals nicht darauf reagiert.

Laut Polizei bereut der 76-Jährige die Tat "keineswegs": Er sei erleichtert, seine "Ehre gerettet zu haben".

Bilder: LKA Niederösterreich

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