Fr, 22. März 2019
12.10.2007 13:54

Nagelbombe in Wien

Ein Verdächtiger aus der U-Haft entlassen

Einer der beiden gebürtigen Bosnier, die als Verantwortliche für den Bomben-Alarm bei der Wiener US-Botschaft vor knapp zwei Wochen festgenommen wurden, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dies wurde bei der Haftprüfung am Freitag entschieden, sagte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Beide Verdächtige wurden in Bosnien geboren und wurden kurz nach dem Vorfall festgenommen. Gegen Mehmed D. gebe es nur eine belastende Aussage, und zwar die des zweiten Verdächtigen, so Jarosch. Hinzu kämen einige entlastende Indizien. Der 34-Jährige wurde „gegen Gelöbnis und gelindere Mittel“ entlassen, sagte Alexandra Mathes, Sprecherin des Straflandesgerichts Wien. Er dürfe das Land demnach nicht verlassen, sich verborgen halten oder das laufende Verfahren vereiteln.

Bilder vom Tatort in der Infobox!

Gegen Asim C. bestehe weiterhin der Verdacht der „Vorbereitung einer Straftat mit Sprengmitteln“, erklärte Jarosch. Zusätzlich sei Wiederholungsgefahr gegeben. Die Erhebungen sind nach wie vor im Gange, das Verfahren ist daher - für beide Verdächtige - noch nicht abgeschlossen. Der nächste Haftprüfungstermin findet in einem Monat statt.

Die Ermittlungen beschäftigen sich nach wie vor mit der Frage, ob der Rucksack mit zwei Handgranaten, Zündmittel und Sprengstoff überhaupt explodieren hätte können. Auch das gerichtspsychiatrische Gutachten über den Geisteszustand von Asim C. liegt noch nicht vor. Nach seiner Inhaftierung wurde der 42-Jährige wegen psychischer Probleme auf die Krankenstation der Justizanstalt verlegt. Untersucht werden weiterhin beschlagnahmte CDs und Schriftstücke. Bei dem Buch, das bei Asim C. gefunden wurde, handelt es sich laut Jarosch um ein „sehr konservatives“ Werk mit dem Titel „Das ist der Islam“.

Der Vorfall bei der US-Botschaft in der Boltzmanngasse ereignete sich am 1. Oktober gegen 11.30 Uhr. Bei einem gewöhnlichen Security-Check wurde der Rucksack von Asim C. durchleuchtet und die Scanner schlugen Alarm. Der 42-Jährige versuchte zu flüchten, ließ seinen Sprengstoff-Rucksack auf der Straße fallen und wurde nach wenigen Metern von der Polizei geschnappt. Der zweite Verdächtige, der eine Beteiligung bisher abstritt, wurde am selben Tag an seiner Wohnadresse widerstandslos festgenommen.

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