27.09.2007 23:22 |

Trotz Kontrollen

Zahl an Alkohol-Unfällen gleich geblieben

Bemerkenswerte Zahlen aus dem Innenministerium: Seit 1989 ist der Anteil der an Unfällen mit Verletzten beteiligten Alkohollenker konstant geblieben. Zwischen sechs und sieben Prozent der Unglücksfahrer saßen betrunken am Steuer. Auch in diesem Jahr waren im Schnitt 6,5 Prozent der Unfallslenker alkoholisiert.

"Das deutet auf einen unverbesserlichen Kern von Alkolenkern hin, die sich von nichts abschrecken lassen", erklärt Othmar Bruckner vom Innenministerium. Bei jungen Lenkern etwa ist Alkohol die Unfallursache Nummer 1. Obwohl hier die strengsten Bestimmungen gelten. Auch die Einführung der 0,5-Promille-Grenze 1998 hatte nicht die gewünschte Wirkung: Nach einer Schreckphase von zwei Jahren war wieder alles wie zuvor.

89 Prozent der Lenker bei Kontrollen nüchtern
Trotz spürbarem Personalengpass kontrollierte die Polizei heuer in manchen Bundesländern drei Mal so oft wie jemals zuvor. Es wurden aber nicht im gleichen Ausmaß Alkohollenker gestoppt. Gelegenheitstrinker sind offenbar bereits abgeschreckt. Im ersten Halbjahr wurden zwar bei 199.568 Tests (plus 61 Prozent) 21.964 Promille-Sünder erwischt - davon hatten 6027 weniger als 0,8 Promille - aber 89 Prozent der Lenker waren nüchtern.

Am Freitag treffen sich die Experten zum Straf-Verschärfungsgipfel im Verkehrsministerium. Um auch Alkohol am Steuer einen weiteren Riegel vorzuschieben. "Die Führerscheinabnahme bei 0,5 Promille zeigt nur Wirkung, wenn sie streng kontrolliert wird und ein Lerneffekt einsetzt", sagt ARBÖ-Chef Leo Musil.

Der Vorschlag, schwer Alkoholisierte strafrechtlich zu behandeln, sei unausgegoren. Musil: "Wichtiger ist es, zuerst einmal aufgrund von Zahlen zu belegen, bei welchem Alkoholisierungsgrad es am meisten kracht." Bisher verstauben diese Daten mangels zentraler Erfassung in den Schubladen der Polizeiinspektionen.

Von Florian Hitz, Kronen Zeitung
Symbolbild

 

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