"Alte Freundschaft"
Bundeskanzlerin Merkel trifft den Dalai Lama
Kanzlerin Merkel empfing den Dalai-Lama nach Alfred Gusenbauer als zweites amtierendes Regierungsoberhaupt Europas. Die Proteste aus China waren aufgrund des geopolitischen Gewichtes Deutschlands wesentlich schärfer ausgefallen als bei seinem Treffen mit Kanzler Gusenbauer. Doch die Forderungen des chinesischen Außenamtes, das nach der chinesischen Invasion aus seinem Heimatland geflüchtete, gottgleich verehrte geistige Oberhaupt der Tibeter "im Interesse der deutsch-chinesischen Beziehungen" nicht zu empfangen, blieben erfolglos.
Privates Treffen in Berlin
Bei dem privaten, informellen Gespräch mit der Kanzlerin hat der religiöse Führer über seinen Einsatz für seine tibetische Heimat berichtet. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 betonte dabei die friedliche, gewaltfreie Natur seines Einsatzes, der ein Streben nach Unabhängigkeit Tibets von der Volksrepublik China ausdrücklich ausschließe.
Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sagte im Anschluss, Merkel "hält alte Freundschaften aufrecht, darüber bin ich glücklich". Einige Dutzend Anhänger jubelten dem Dalai Lama am Portal des Kanzleramts zu. Häufig gebe es Menschen, die in hohen Positionen eine erstaunliche Distanz aufbauten. Merkel gehöre nicht dazu, sagte der Dalai Lama.







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