21.09.2007 16:21 |

"Kein Kurswechsel"

"Hicke" setzt weiter voll auf die Jugend

Teamchef Josef Hickersberger wird in der Fußball-Nationalmannschaft den Weg mit jungen Spielern forstsetzen. "Hicke" wurde dazu vom ÖFB-Präsidium das Vertrauen ausgesprochen. Das ist das Resultat jener "Analyse", die ÖFB-Präsident Friedrich Stickler nach den enttäuschenden Testspielen gegen Japan und Chile vom Niederösterreicher gefordert hatte. Am Mittwochabend hat der Teamchef dem Verbandschef seine Sicht der Dinge dargelegt, am Donnerstag wurde das gesamte ÖFB-Präsidium von den Vorstellungen des Teamchefs informiert.

Laut Stickler steht das Führungsgremium "zu 100 Prozent" hinter dem Bekenntnis, weiterhin auf junge Spieler zu setzen. Der ÖFB unterstütze das Konzept der Verjüngung. "Es gibt keine Trendumkehr und es wird zu keinen radikalen Schnitten kommen", betonte der Lotterien-Boss am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz (Bild).

Er habe von Hickersberger eine "sehr profunde, tiefgreifende und nicht in jedem Bereich angenehme Analyse" bekommen, so Stickler, der Wert auf die Feststellung legte, den Teamchef "niemals zum Rapport befohlen zu haben. Aber wenn bei einer Firma die Verkaufszahlen nicht stimmen, wird man sich auch zusammensetzen und fragen, was die Ursachen dafür sind".

Teamchef-Diskussion für Stickler beendet
Mit der Unterstützung des gesamten ÖFB-Präsidiums für Hickersberger sind für Stickler auch die zuletzt aufgekommenen Trainer-Diskussionen erledigt. "Ich nehme an, dass die Bestätigung seines Weges auch das Ende der Teamchef-Debatte bedeutet. „Für mich ist die Teamchef-Diskussion bis zur EURO beendet", sagte Stickler.

Von seiner Seite hätte es niemals den Versuch gegeben, in die Kaderzusammenstellung von Hickersberger einzugreifen. "Der Teamchef ist absolut frei, wen er einberuft. Es gibt hier keinen Konflikt, der wurde nur hineininterpretiert. Für sportliche Belange ist ausschließlich der Teamchef zuständig", erklärte Stickler und ergänzte: "Zwischen dem Teamchef, mir und dem Präsidium passt kein Blatt Papier."

"Hicke" wird weiter auf die Jugend setzen
Teamchef Hickersberger selbst bleibt seiner Philosophie treu. "Es gibt nur einen Weg für mich, und der ist, den Verjüngungsprozess fortzusetzen. Es gibt keinen Kurswechsel, und ich werde auf diesem Weg weiter vorangehen. Jetzt gilt es von meiner Seite, der Mannschaft weiterhin Vertrauen zu geben - mehr Vertrauen, als sie in der Öffentlichkeit hat."

Dem Comeback von arrivierten Kickern jenseits der 30 a la Ivica Vastic erteilte der 59-Jährige neuerlich eine Absage. "Es gibt keine Rückkehr zu den 'Super-Oldies'. Dieser Fehler wurde in Österreich schon mehrmals gemacht, zuletzt auch in der WM-Qualifikation für 2006. Auch die damals wirklich besten Spieler haben die Qualifikation nicht geschafft, sollen wir jetzt noch einmal den gleichen Fehler machen?", fragte Hickersberger.

Teamchef dachte über Rücktritt nach
Hickersberger gab zu, sich zuletzt über einen möglichen Rücktritt Gedanken gemacht zu haben. "Natürlich habe ich über diese Möglichkeit nachgedacht. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, diesen Weg fortzusetzen, und nur ich kann diesen Weg mit den Jungen fortsetzen, weil es ein anderer nicht machen würde."

Sein Vertrauen in die Jung-Kicker sei nur "von den Wenigsten" missbraucht worden. "Da kann man nicht einmal von einer Minderheit reden", erklärte "Hicke", der mit Linz zuletzt telefonierte. "Er hat gegen Tschechien und Japan nicht von Beginn an gespielt, weil ich mit seiner Leistungsbereitschaft auch im Training nicht zufrieden war." Ob der Steirer im Kader für die Oktober-Partien gegen die Schweiz und die Elfenbeinküste stehen wird, ließ Hickersberger offen.

Kritik an Conditioning Coach zurückgewiesen
Nicht nur die Mannschaft, auch seine Trainerkollegen im ÖFB genießen das Vertrauen des Teamchefs, der Kritik wie zuletzt von Peter Pacult an Conditioning Coach Roger Spry als "unqualifiziert" zurückwies. "Ich bin von der Wichtigkeit des Individual-Trainings überzeugt. Aber am wichtigsten ist die Eigenmotivation, denn ohne Eigenmotivation gibt es keinen Spieler, der sich weiterentwickelt und Weltklasse wird."

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