18.09.2007 11:26 |

"Demagogie"

Ivica Osim legt sich mit Michel Platini an

Der bosnische Spitzentrainer und frühere Meistermacher von Sturm Graz, Ivica Osim, hat dem UEFA-Präsidenten Michel Platini "Demagogie" gegenüber den kleineren europäischen Staaten vorgeworfen. "Was er sagt, kann er gar nicht verwirklichen, denn wenn er es wollte, bräuchte er Geld", sagte der japanische Teamchef in einem Interview.

"Am Ende lautet der Kampf UEFA gegen die großen Klubs, die stärker sind. Es ist wie in der Weltpolitik. Amerika macht auch, was es will. Die Demokratie besteht eigentlich nur noch auf dem Papier", betonte Osim. Als Grundübel machte der 66-Jährige den Druck den Sponsoren auf die Klubs aus. Sie würden schnelle Erfolge erwarten, diese seien jedoch nur mit viel Geld möglich. "Geld regiert den Fußball. Früher konnten kleine Klubs viel erreichen, doch heute geht nichts ohne Geld. Für die kleinen Staaten interessiert sich niemand."

Wenig zufrieden zeigte sich der frühere Spitzenspieler und jugoslawische Nationaltrainer über sein Leben in Tokio. "In Japan ist es sehr schwer", sagte er. Die Journalisten ließen ihn überhaupt nie in Ruhe und schrieben "Dummheiten". "Sie sind überall. Ich brauche Polizeischutz", betonte Osim. "Aber ich kann nicht einfach so gehen, weil ich einen Vertrag habe, den ich erfüllen will", fügte er hinzu.

Erschwerend auf seine Arbeit wirke sich die Tatsache aus, dass die Spieler fast ihre ganze Zeit bei den Klubs verbrächten und somit zwar körperlich gut vorbereitet seien, aber nicht taktisch. Vor dem Asien-Cup etwa hätte es nur zwei Tage Vorbereitungszeit im Nationalteam gegeben, was zu wenig sei, sagte Osim.

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