19.09.2007 11:18 |

"Hirngespinst"

Frankreich zieht Aussagen von Kouchner zurück

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin hat umstrittene Äußerungen seines Kabinettskollegen Außenminister Bernard Kouchner (im Bild) über einen möglichen Krieg gegen den Iran eingeschränkt. "Niemand kann auch nur einen Augenblick lang denken, dass wir uns militärische Pläne zum Iran ausdenken und vorbereiten", sagte Morin am Mittwoch im Fernsehsender Canal+. "Davon ist überhaupt nicht die Rede, das ist gar nicht das Thema". Von so etwas zu reden sei ein "Hirngespinst".

Der französische Außenminister hatte am Sonntag gesagt, die Welt müsse sich im Dauerstreit mit dem Iran schlimmstenfalls auf einen Krieg gefasst machen. Mit dieser drastischen Ausdrucksweise handelte sich der Chefdiplomat Kritik auch seitens der EU-Kommission ein; am Dienstag erklärte er, die Medien hätten seine Äußerungen falsch wiedergegeben. "Ich habe gesagt: Das Schlimmste wäre Krieg, ich habe nicht gesagt: Das Beste wäre Krieg", betonte Kouchner.

Teheran: „Frankreich macht Politik der USA“
Das iranische Außenamt erklärte als Reaktion auf die Aussage, Kouchner habe offenbar „die Politik der Europäischen Union“ vergessen. Mit seiner Wortwahl schaffe er Spannungen; sie laufe im Übrigen „der kulturellen Geschichte und Zivilisation Frankreichs zuwider“. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hatte Frankreich zuvor als Handlanger der USA kritisiert. Präsident Nicolas Sarkozy und sein Außenminister schlügen dabei aber einen noch „härteren, hitzigeren und unlogischeren Ton“ an als die US-Regierung. Der Elysée-Palast habe es übernommen, die Politik des Weißen Hauses für Europa zu übersetzen, hieß es in einem Kommentar der IRNA.

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