12.09.2007 14:43 |

Hinrichtung in Texas

Kindermörder wählte elektrischen Stuhl

Der US-Staat Tennessee hat erstmals seit 47 Jahren wieder einen Straftäter auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Der vierfache Kindesmörder Daryl Holton wählte selbst diese Art der Hinrichtung, die als besonders grausam gilt. Der 45-jährige Golfkriegsveteran wurde am Mittwoch früh im Hochsicherheitsgefängnis Riverbend auf den elektrischen Stuhl geführt.

Auf die Frage des Gefangenenaufsehers Ricky Bell nach seinen letzten Worten antwortete er: "Two words: I do."

Dann wurden ihm ein nasser Schwamm und eine Metallplatte am Kopf befestigt. Während dieser Prozedur hielt Holton die Augen geschlossen. Die Justizbeamten legten ihm ein schwarzes Tuch über den Kopf, schlossen ein Kabel an und versetzten dem Gefangenen um 1.16 Uhr einen ersten Stromschlag mit einer Dauer von 20 Sekunden. Holtons Rücken verspannte sich, seine Hüften hoben sich aus dem Stuhl und fielen wieder zurück. Nach einer Pause von 15 Sekunden folgte ein zweiter Stromschlag, der 15 Sekunden dauerte. Kurz darauf wurde Holton für tot erklärt.

Injektion mit Gift wäre üblich
Wie in anderen US-Staaten ist auch in Tennessee die Injektion von Gift die übliche Hinrichtungsart. Holton entschied sich aber für den elektrischen Stuhl - in Tennessee können Todeskandidaten die Art der Hinrichtung wählen, wenn ihr Verbrechen vor 1999 begangen wurde. Vor der Vollstreckung der Strafe im Gefängnis von Nashville hatte eine Gruppe von Anwälten noch vergeblich versucht, dies mit einer Petition beim Obersten Gerichtshof in Washington zu stoppen. Sie machten geltend, dass der Tod durch einen Stromschlag besonders grausam und unüblich sei. Vor dem Gefängnis versammelten sich zur Hinrichtung etwa 40 Demonstranten, lasen Bibelverse und sangen.

Daryl Holton hatte sich schuldig bekannt, seine drei kleinen Söhne und deren Halbschwester 1997 mit einem Sturmgewehr erschossen zu haben. Als Motiv für das Verbrechen gab er an, dass er die Kinder getötet habe, weil ihm seine geschiedene Frau das Besuchsrecht verwehrt habe. Er habe auch vorgehabt, seine Exfrau und sich selbst zu töten, sich dann aber der Polizei gestellt.

Es war das erste Mal seit 1960, dass eine Todesstrafe im US-Staat Tennessee auf dem elektrischen Stuhl vollstreckt wurde. Damals wurde William Tines wegen Vergewaltigung hingerichtet. Den elektrischen Stuhl gibt es noch in zehn der 50 US-Staaten. Als einzige Form der Hinrichtung gibt es ihn nur noch in Nebraska.

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